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02.01.2016

1 Jahr schon

Ein Jahr ist es her, dass ich mit schwerem Herzen auf den Weg gemacht habe. Ein Jahr ist es her, dass ich mit zitternden Knien morgens in der Frühbesprechung saß und nicht wirklich wusste, was ich denken soll. In diesen 365 Tagen ist viel passiert. Ich habe viel erlebt und viel gelernt. Nur eins weiß ich immer noch nicht. Wie es weitergehen soll und was ich eigentlich will. Die Idee nach Tromsø zu gehen ist reizvoll, aber was bringt es, wenn ich da keinen Job habe? Bergen - das gleiche Problem. Hübsche Stadt, hübscher Dialekt, aber grad keinen Job. Also weiter Suchen und weiter arbeiten.
Derzeit ist die Sonnenaktivität ziemlich hoch und Sonnenstürme kommen fast jeden zweiten Abend vor. Der eine oder andere Sturm ist so heftig, dass sich die geladenen Teilchen zu wunderlichen grünen Figuren sasmmeln und über unseren Köpfen tanzen. Nordlicht ist eine faszinierende Sache. Immer und immer wieder. So schön, so unbegreiflich und doch irgendwie fremd. Jedes mal, wenn sich das Nordlicht bei uns zeigt, stehe ich frierend irgendwo draußen und bestaune das Sprektakel. Tagsüber verbringe ich die Zeit (abgesehen vom arbeiten) mit der einen oder anderen Skitour in der näheren Umgebung. Das hat schon was für sich, aus dem Haus zu fallen und mit den Ski direkt loslaufen zu können.

06.12.2014

Klirrende Kälte

Und wieder einmal auf Wohnungssuche, dieses mal in Trondheim. Neuer Arbeit, neue Stadt. Ob ich das will? Vielleicht ein bisschen, aber sicher nicht mit vollem Herzen. Aber die Ausbildungsordnung sieht es nun mal so vor. Und die Versprechungen sind toll. Wir werden sehen, wie es wird.
Für 2 Tage bin ich nach Trondheim geflogen, um mir ein paar Wohnungen anzusehen. Nein, keine Wohnungen, Zimmer. Bald schon steht fest, dass ich in einen Stall ziehen werde. Eine Studenten-WG, etwa 5km vom Krankenhaus entfernt. Immerhin ein eigenes Bad. Und die Küche angenehm groß und sauber. Das Abenteuer Trondheim kann beginnen.

28.02.2014

Auf in den hohen Norden

Weiterbildung ist eine gute Sache. Das sieht zum Glück auch die norwegische Ärztevereinigung so und hat das Weiterbildungscurriculum dementsprechend gestaltet. Statt einer großen Prüfung am Ende der Facharztweiterbildung muss man eine gewisse Anzahl Kursstunden absolvieren und am Ende der Kurse jeweils eine Prüfung machen. Ich glaube, dieses Konzept passt besser zu mir als die eine große Prüfung. 
Dieser Kurs sollte mich in die Säuren und Basen des menschlichen Körpers vertiefen. Ja gut... Viel spannender hingegen, der Kursort - Tromsø! Fast ganz im Norden, mit der nördlichsten Brauerei und Uni und und und der Welt. Ich bin schon früher hingeflogen, um noch einen Tag für die Stadt zu haben. Trübes Wetter hat mich am Flughafen empfangen. Naja, ich will ja eh Säuren lernen. Aber für eine Stadttour reicht es ja. Entspannt ziehe ich durch die Straßen zum Polarmuseum. Klar, hier muss alles polar sein. Mehrere Reisegruppen wollen da auch rein und ich kann mir die Führung mit anhören. Walfang, Seehundejagd, Leben im ewigen Eis und Expeditionen ins weiße Nichts füllen mehrere alte Lagerhäuser direkt am Wasser. Ein ganzer Saal ist dem Klimaschutz und der Naturerhaltung gewidmet - aber wo sind die anderen Besucher hin? Ist wohl nicht spannend genug. Ich habe es mir angeguckt und muss sagen, die anderen haben wenig verpasst. Die Ausstellung bestand aus gesundem Menschenverstand und Allgemeinwissen. Aber immerhin habe ich Eisbären gesehen, über Polarfahrten gelesen und viel alte Bilder bestaunt. Jetzt muss ein bisschen Kultur her. Also über die Brücke gelaufen und in am in die Kirche. Da gibt es um 23.30 ein Nordlichtkonzert. 5 Stücke, mir unbekannt, bestehend aus norwegischer Volksmusik, klassischer norwegischer Musik und Joik, dem Gesang der samischen Bevölkerung füllen diese "magische" halbe Stunde. Magisch ist vor allem der Preis - 180kr.
Die Woche vergeht mit Lernen und Lesen, spannenden und weniger spannenden Vorträgen und einer überstandenen Abschlussprüfung. 

Der Winter war auch hier nicht wirklich schneereich. Dafür aber eisreich. Alle Straßen verstecken sich unter einem dicken Eispanzer und machen das Gehen zu einem aufregenden Abenteuer. Das bedeutet allerdings nicht, dass man nicht abends noch mal in die dunkle Telegrafenbucht laufen kann, um das geniale Schauspiel geladener Teilchen in der Atmosphäre zu bestaunen. Egal wie oft ich die wissenschaftliche Erklärung des Nordlichts lese, höre und in Ansätzen verstehe, ändert es nichts an dem Gefühl, dass es magisches am Himmel passiert, wenn ich den Kopf recke und die tanzen, wabernden Flammen am Himmel sehe.

16.01.2014

Manchmal klappt es mit der Freiwoche

 Der Winter war ja nicht so dolle bis jetzt. Um nicht zu sagen, es war warm und regnerisch. Weihnachten war es mal etwas kälter, aber auch nicht so richtig kalt. Pünktlich zu meiner Freiwoche hat es angefangen zu schneien und von jetzt auf gleich ist es so richtig kalt geworden. Das ganze Wochenende kamen dicke weiße Flocken, die auch tatsächlich liegen bleiben wollten. Also Ski anziehen und los. Ob zum Einkaufen oder durch die beleuchtete Spor am frühen Abend. 
Leider war es eher "weniger" Schnee, der wirklich auf die Erde gefallen ist. Der Schnee war sehr trocken und sah am Anfang viel aus, aber ist innerhalb weniger Tage in sich zusammenfallen uns als dünner Teppich liegen geblieben. Trotzdem schön bei tiefblauem Himmel und knisterndem Frost die Welt zu entdecken.
Statt mit Ski nach Eikenosen zu gehen (die Straße war leider schon geräumt und nur noch vereist) habe ich meinen Dauer-Leih-Schlitten mit nach oben gezogen. Macht nicht so richtig viel Spaß, aber die Aussicht auf eine lange Abfahrt macht es ein bisschen wieder gut. Nach einer endlosen Stunde bergauf glitschen, habe ich den Schlitten umgedreht und mich runterfahren lassen. Rodelnd in den Sonnenuntergang.