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03.07.2016

Ein Königreich im Königreich im Köngireich

Der Weg führt weiter Richtung Tibet, rauf und runter und rauf und runter. In fast allen Orten auf dem Weg halten wir an, entweder um dort Mittag zu Essen oder zu übernachten. Der Wind ist nicht weniger stark geworden und pustet mir angenehm in den Rücken. Ich mag gar nicht daran denken, wie es sein wird, wenn ich in die andere Richtung gehe und mir der Wind ständig Sand in die Augen pustet. An einem weiteren Pass machen wir eine Pause. Das erhebende Passgefühl bleibt auch hier aus. Vielleicht, weil die Pässe einfach nur der höchste Punkt der Straße für diesen Abschnitt sind. Trotzdem werden sie markiert. Immer sind Steinhäufchen und Gebetsfahnen und -schals zu finden. 


Strahlend blau ist der Himmel über mir, keine Spur von den dicken grauen Wolken, die bis vor kurzem der Sonne den Weg auf die Erde verdeckt haben. Ich bin jeden Tag, jede Stunde, jede Minute wieder fasziniert von den Gesteinsformationen, die alle paar Augenblicke wechseln. Mal sieht es aus, als wäre das lose Gestein rund um säulenartige Gebilde, einfach weggeräumt worden. Da stehen eben nur überdimensionierte Tannenzapfen aus Stein im Berg. Dann wellt sich der Berg als wäre er aus Samt und Seide. Und dann wieder schneidet ein Fluss einen tiefen Canyon in das Plateau, das kurz darauf endet und in einer sanften Steigung zum nächsten Pass führt. Wenn ich mich einfach nur um sich selbst drehe, habe ich das Gefühl, eine Reise durch die verschiedensten Länder und Landschaften dieser Welt zu reisen, so unterschiedlich sind die Formationen rund um mich herum. 
Auf dem Weg liegt die längste Mani-Wand in Mustang. Ich habe nicht nachgemessen, aber lang ist sie auf jeden Fall. Beim daran entlang gehen, habe ich es gar nicht so wahrgenommen, erst später von etwas weiter weg. 

Der Ort Chharang ist bekannt für das Kloster und den ehemaligen Köngispalast. Mustang ist ein nicht ganz ehemaliges Königreich. Der König hat nur noch eine formelle Bedeutung und außerdem lebt er in Pokhara, weil das Klima für den Greis dort angenehmer ist. Die Regierung in Nepal, sowohl die alte Monarchie als auch die aktuelle Demokratie dulden das Königreich der Tibeter, das zufälligerweise in den aktuellen Grenzen von Nepal liegt. Der Staat Nepal profitiert sehr von diesem kleinen, geheimnisumwobenen Königreich. Jeder Tourist, der Mustang betritt, muss 500US$ an den Staat zahlen. Ein bisschen geht davon an Mustang, das meiste in irgendwelche schwarzen Koffer und ein bisschen an den Staat Nepal. 

Von Chharang ist es nur noch ein Katzensprung nach Lo Manthang. Lo Manthang ist das Zentrum, das Herz und die Hauptstadt von Mustang. Der Name Mustang ist wohl ein nepalisches Missverständnis von Lo Manthang. Lo Manthang hat eine ummauerte Innenstadt in der das Herzstückt, das Kloster und der Königspalast liegen. Viele Restaurants und Hotels reihen sich um die Stadtmauer. Im Hotel trifft sich Abends die Jugend zum Mittagessen. Die Stimmung ist fröhlich und ausgelassen. Ich unterhalte mich lange mit einem Nepali, der zur Zeit des Bürgerkriegs nach Belgien geflohen war und dort von seinem 6-25. Lebensjahr gelebt hat. Nach dem Studium ist er zurück nach Nepal gezogen, hat das sichere Europa hinter sich gelassen und stellt sich nun den Herausforderungen des Alltags in Jomsom. Er hat eine Apfelfarm, eine Motorradwerkstatt und einen Laden, in dem er alles mögliche verkauft. Um für diesen Laden Nachschub zu besorgen ist er hier. Auf der tibetischen Seite der Grenze ist ein Markt. Man kann einen Tagespass für den Grenzübertritt kaufen. Die chinesischen Grenzbeamten behalten allerdings den Reisepass, bis man wieder ausreist. Mein Gesprächspartner lacht kurz, seinen belgischen Pass würde er für so eine Aktion niemals benutzen. Immer nur den nepalischen. Der sei so wenig wert, den wollten nicht mal chinesische Grenzbeamten haben.

22.10.2015

Nordpol oder Armenien, Nansen war da

Eher zufällig bin ich bei einer Googelei auf das Nansenmuseum in Yerevan gestoßen. Klar, dass ich da ein bisschen neugierig geworden bin. Ein Norweger in Armenien? Warum denn das?
Ein bisschen mehr gegoogelt, Wikipedia gefragt und schon wusste ich mehr. Fridtjof Nansen war nicht nur Polarforscher, hat also nicht nur den Nordpol auf Ski überquert und mit seinem Fram-Schiff neue Fahrwasser entdeckt. Er war ganz nebenbei auch Menschenrechtsaktivist und hat sich für die vielen Flüchtlinge dieser Welt eingesetzt. Nach eben diesen Nansen ist auch der Nansen-Pass benannt. Ein (damals) international anerkanntes Reisedokument, das staatenlose Flüchtlinge bekommen konnte, um zumindest die Möglichkeit zu haben, in irgendeinem Land Asyl zu beantragen. Heute hat die UN ein ähnliches System. Heißt nur nicht mehr Nansen-Pass.

Soviel also zum Hintergrund. Ich habe mich auf den Weg gemacht. Das Nansenmuseum, die Nansenkirche und der Nansenpark sind am anderen Ende der Stadt. Ich habe eine Straßenkarte von der innersten Innenstadt Yerevans. Nicht von den Hochhaussiedlungen drumherum. So in etwa weiß ich, wo ich hin will. Und mein Handy hat GPS. Was ich nicht bedacht hatte, dass Open Street Maps ja nicht immer auf dem allerneuesten Stand ist und Yerevan sich sehr, sehr, sehr schnell verändert. Die erste Stunde habe ich das Gefühl, den Weg zu finden, den ich mir ergoogelt hatte. Dann laufe ich durch eine Baustelle, die Google nicht kannte und dann? Ja, dann bin ich wohl in Yerevan angekommen. Scheinbar eine gutbürgerliche Wohngegend. Es ist so unendlich schön, einfach durch die Straßen zu schlendern und den Frauen beim Plausch am Gartentor zuzusehen, den Kindern beim Fußballspielen und den Männern beim Schachspielen im Schatten. Der Weg führt mich weiter und ganz plötzlich bin ich wirklich, wirklich in einer dieser Hochhaussiedlungen gelandet. Das, was ich bisher nur aus dem Fernsehen und aus Geschichten über Russland kannte, ist jetzt Wirklichkeit und ich stehe mittendrin. Hohe, graue Plattenbauten, Frauen in Kittelkleidern und sonst nichts. Ich weiß nicht, was ich fühlen und denken soll. Nehme es aber als Erfahrung mit nach Hause. Surrealistisch!

In einem kleinen Laden kaufe ich mir ein UDSSR-Eis, laufe weiter und gucke hier und da mal aufs Handy. So grob laufe ich in die richtige Richtung. In einem Supermarkt mache ich Pause, kaufe mir was zu trinken und überlege, warum ich eigentlich keine Flusskrebse gegessen habe, während ich hier war. Die scheinen Frisch zu sein. Auf jeden Fall krabbeln und krebsen sie in ihren Becken rum. Diese armenischen "Yerevan City" Märkte sind beeindruckend. Die Auswahl deutlich größer als in Norwegen. Eine riesige Süßigkeiten und Keks-Abteilung, ein kilometerlanges Milchprodukteregal und eine Obst- und Gemüseauswahl, die ihresgleichen sucht. Sogar das 2. Wahl Obst und Gemüse kann man hier kaufen.

Als die Sonne am stärksten scheint und ich das Gefühl habe, gleich zu schmelzen, bin ich schon dabei zu beschließen umzudrehen. Det er ingen skam å snu, es ist keine Schande umzudrehen. Da ich aber nicht genau weiß, wohin ich gehen soll, frage ich mal wieder mein GPS. Open Street Maps meint, ich wäre gleich da. Auf dem Weg liegt eine Kirche. Und da Sonntag ist, ist da voller Betrieb. Ein Weile stelle ich mich dazu und genieße den Gottesdienst. Auch wenn ich kein Wort verstehe, gefallen mir die Gesänge. In der Kirche herrscht stetes Kommen und Gehen. Kerzen werden verkauft und mir fällt es schwer dem Ablauf zu folgen. Irgendwann gehe auch ich. Nach einer weiteren Viertelstunde, sehe ich plötzlich auf einem blinkenden Straßenschild den Namen "Nansen". Dann wird das hier wohl ganz in der Nähe sein. Erst durch den Park, der zugegeben etwas kümmerlich scheint, dann irgendwie durch den Hinterhof eines Restaurant und schwupps schon bin ich an der Kirche und dem Museum. Das Museum hat natürlich zu... Scheint aber auch nicht soooo groß zu sein. Es ist ein kleiner runder Bau, vielleicht 3m im Durchmesser. Eine Infotafel erzählt, wer Nansen war weist auf die überlebensgroß Statur. Diese Ecke der Stadt ist wirklich nett. Es ist immer noch warm, aber nicht mehr brütend heiß. Ich setze mich auf eine Bank und gucke dem Treiben um mich herum zu. Die Kinder, die offenbar Teil einer Hochzeitsgesellschaft sind, spielen und Tanzen im Hof. Kurze Zeit später kommt der Priester (ich tippe mal, dass er Priester war, er trug auf jeden Fall einen Talar) und tanzt mit.


16.10.2015

Yerevan - neureich oder was?

Yerevan, Jerewan oder auch Eriwan, lauter Namen für die gleiche Stadt. Die quirlige Innenstadt brummt von früh bis spät und über allem wacht die Kaskade. Eigentlich nichts weiter als eine Treppe, aber nachts angestrahlt und mit deutlich südländischem Flair.

Entstanden ist die Stadt an den Ufern des Hrazdan Flusses. Heute ist der Fluss zumindest im Sommer eher ein klägliches Rinnsal. Yerevan gilt als eine der ältesten kontinuierlich besiedelten Städte der Welt. Gar nicht weit von der Stadt erhebt sich der große Ararat Berg, dort wo Noah mit seiner Arche gelandet sein soll. Der Berg ist eines der nationalen Symbole Armenien, obwohl er gar nicht in Armenien ist. Wo genau Armenien anfängt und aufhört, ist Ansichtssache. Ich habe mich entschlossen, die derzeit geltenden international anerkannten Grenzen als meine Anhaltspunkt zu nehmen. Und demnach steht der Ararat in der Türkei.

Also Yerevan. Schon bei meiner Ankunft war es warm. Und dabei war es doch mitten in der Nacht. Das Hostel, völlig in Ordnung, aber eben warm. Ein erster Spaziergang durch die Stadt und ich bin total überwältigt. In der großen Flaniermeile reihen sich die Designergeschäfte aneinander und neureiche Armenier und Russen geben sich bei Armani, Porsche und Dior die Klinke in die Hand. Diese eine Hauptstraße könnte in jedem x-beliebigen reichen Land sein und ist gar nicht typisch für irgendwas, außer für Menschen, die zeigen wollen, dass sie Geld haben. 

Vor allen großen und wichtigen Gebäuden sind große Plätze, die zu jeder Tages- und Nachtzeit von vielen Menschen als Treffpunkt und soziales Zentrum genutzt werden. Herrlich! Kinder laufen herum, Erwachsene trinken Kaffee oder Bier/Wein/Kognak und klönen. Das ist Urlaub, weil es einfach so anders ist, als das schlichte Nordeuropa.

Am Republickplatz, direkt vor dem Nationalmuseum ist eine Sprinbrunnenanlage, die nachts zu einem Medley der bekanntesten Musikstücke eine Wasser-Licht-Show zeigt. Wie schon in Doha, bin ich ein bisschen verzaubert und gucke immer und immer wieder hin. Auch hier wimmelt es von Menschen. Urlaubende Iraner und Russen, Touristenguides, die die erstgenannten mit günstigen Angeboten locken wollen und natürlich der eine oder andere Süßigkeiten- und Blumenverkäufer.

Da Yerevan ja eine alte Stadt ist und viel Geschichte zu erzählen hat, habe ich mir das eine oder anderen Museum angeguckt. Nationalmuseum gehört für mich einfach zu einem guten Urlaub dazu. Nirgendwo sonst bekomme ich so schnell und übersichtlich einen Überblick über die gesamte Geschichte, Kunst und Kultur, sowie die Sitten und Bräuche eines Landes. Auch das armenische Nationalmuseum hat einiges zu zeigen gehabt. Schön wäre nur die Beschreibung auf englisch zu -allen- Exponaten. Meine Russisch- und Armenischkenntnisse haben da nämlich nicht weitergeholfen. Yerevan ist von der UNESCO zur Weltbuchstadt ernannt worden. Um das besser zu verstehen bin ich in das Martenadaran Museum gegangen. Dort sind viele wichtige Literaturreliquien ausgestellt, die das Leben und die Kultur der alten Armenier zeigen. Mir persönlich haben die Schätze wenig gesagt, aber toll ist es schon, ein ganzes Museum für Bücher zu haben.

Beeindrucken war der Besuch im Naturmuseum. Das gehört zur Universität und ist nicht besonders frequentiert. Leider, wie ich finde. Denn die Ausstellungen haben ganz klar ihren Charme und zeigen viel von der Flora und Fauna des Landes. Insgesamt liebevoll gepflegt und ganz sicher nicht überladen. Ich wurde bei meinem Besuch persönlich begrüßt und mir wurden alle Exponate einzeln erklärt und gezeigt. Ich war halt der einzige Besucher des Tages...

Deutlich bekannter ist das Genozid-Museum. Hier hat der alte Hitler einen großen Teil seiner Ideen her. In "Mein Kampf" soll er sogar den Genozid an den Armeniern erwähnt haben. Frei nach dem Motto: Wenn die Welt hier nicht Stopp geschrien hat, kann ich es auch machen, ohne Konsequenzen zu befürchten. Schon von weitem sieht man das Mahnmal. Wie eine Spitze Nadel sticht es in den Himmel und will allen Menschen sagen: Nie wieder! Oder wie die Armenier es Ausdrücken: Ich erinnere und frage nach. I remember and demand. Bei der Planung des Infozentrums war sicher ein Skandinavier beteiligt. Klare Linien, nichts zu viel und sehr tiefgründig wird die Geschichte des Völkermordes an den Armeniern dargestellt. Alle Fakten mit genau soviel Emotionen, dass es nicht steril und entkoppelt wirkt, aber eben kein Anklagen, kein Verdammen und Jammern. Wenn das mal so in den Herzen und Köpfen der Durchschnittsbevölkerung ankommen würde, wäre schon viel getan. Ich gehe mit gesenktem Kopf aus der Ausstellung. Hätte, hätte, hätte. Die Geschichte des Völkermordes ist brutal. Was mir gar nicht klar war, das Wort Genozid ist zum ersten mal eingesetzt worden, als es darum ging, den Mord an den Armeniern zu beschreiben. Auch hier hoffe und bete ich wieder, dass ich so eine Grausamkeit nie im leben erfahren muss. Und dass die Welt nicht wieder die Augen zu macht. Ich will so gerne versuchen, meine Augen nicht zu schließen. Ich will so gerne den Mut haben, aufrecht zu stehen und laut zu sagen, was Unrecht ist, mich dazwischen stellen und ein kleines bisschen Frieden bringen. Ich wünsche so sehr, dass ich mutig genug bin, meinen Traum so zu verwirklichen.

02.11.2014

Ten-nine-eight...

Der bekannte und vertraute Countdown. Jeder weiß wie es weitergeht und doch ist das erleben eines solchen Countdowns etwas ganz besonderes. An der floridianischen Atlantikküste liegt der eher unscheinbare Ort Cocoa. Ziemlich wenig zu sehen, direkt im Ort. Eine Küstenstraße mit Palmen. Ich mag das ja leiden, aber deswegen sind wir nicht hier. Auf der Insel, direkt gegenüber liegt Cape Canaveral mit dem Kennedy Space Center. Das ist definitiv ein Grund diesen Ort zu besuchen, Palmen gibt es (fast) überall in Florida, aber Raumschiffe und Raketenstarts nur hier. Gut geplant ist halb gewonnen. Aber welche der Touren sollen wir machen? Die Entscheidung wird uns abgenommen, weil einige der Touren schon ausgebucht sind, lange bevor wir überhaupt daran gedacht haben zu buchen. Morgens als wir losfahren ist es schon ziemlich warm. Na dann mal viel Spaß, hoffentlich ist der Park auch ein bisschen schattig. Lange Menschenschlangen überall. Meine Lust schwindet. Überraschend schnell geht es voran und nach kaum 10 Minuten Warten sind wir drin. Wir wuseln uns durch und finden den Bus, der zu unserer Tour gehört. Ein bisschen Führung ist bitter nötig, zumindest für mich. Ich habe keine Ahnung von gar nichts. Gut, ich wusste, dass ein gewisser Herr Armstrong mal auf dem Mond war. Aber welche Mission das war und warum und wieso - davon hatte ich keinen blassen Schimmer. Ich hatte schon vermutet, dass die Vorbereitungen für diese Weltraumflüge eher umfassend waren, aber was genau da passiert ist? Tja... Immerhin hatte ich während der Tour einen kleinen Moment das Gefühl, ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen. Allem voran finde ich heraus, dass die Mondmissionen seit den 70-Jahren nicht mehr stattfinden. Ich dachte ja immer, die würden da immer noch hinfliegen. Falsch gedacht. 
Wir laufen durch verschiedene Ausstellungen, sehen einen Film über die Mondlandung. Alles ist einfach erklärt und überall gibt es Souvenirgeschäfte und Kiosks. Ich hätte mir durchaus ein wenig mehr "reine Information" vorstellen können. Dass der erste Mensch auf dem Mond Amerikaner war, habe ich nach der x-ten "wir-sind-eine-Nation-der-Raumfahrer-Tafel" verstanden. Einmal im Kleingedruckten stand, dass die Russen auch mal im Weltraum waren. Ich dachte immer, die wären die ersten gewesen, die einen Menschen in den Weltraum geschickt hatten... Ach egal, das hier ist ein Museum über amerikanische Raumfahrt, nicht über Weltgeschichte. 
So langsam wird es Mittag. Die Sonne brennt. Aber wir wollen raus. Raus in die Sonne. Mitten in der Sonne sind Tribünen aufgestellt. Sonnensegelbasteln konnten wir ja schon längst. Und dann sitzen wir da und braten, während wir warten. Bilder von Menschen an Computern tauchen auf riesigen Leinwänden auf. Schier endlose Checklisten werden abgearbeitet und alles scheint gut zu laufen. Dann geht er los, der Countdown. Erst sehe ich nur etwas helles, dort in der Ferne. Nach einer kurzen Weile kommen Krach und eine Druckwelle. Gebannt starre ich mich vielen hundert Menschen zusammen in den Himmel und sehe Altas V, eine Rakete mit GPS-Satellit in den Wolken verschwinden. Kurzes Schauspiel, aber aufregend war es. Sehe ich ja nicht jeden Tag. Vermutlich war es das erste und das letzte mal, dass ich einen Raketenstart vor Ort gesehen habe. 


Wir bummeln weiter durch die Ausstellung, gucken die Raumfähre Atlantis an und probieren alles aus, was es zum Ausprobieren gibt. Und schwupps ist es so spät, dass das Kennedy Space Center zu macht und wir nach Cocoa Beach zurück fahren. Unsere phantastische Gastgeberin bereitet uns Gaumenfreuden, die ihresgleichen suchen. Was für ein Tag!