05.12.2006

Damp 2006




Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein paar Mädels aus der weltbesten Fachschaft die Idee hatten, nach Damp zu fahren. Diese Fahrt war die erste und sie geschah zu der Zeit, zu der die es kalt und ungemütlich ist.
Da machten sich die 6 auf, an einem schönen kalten Abend, nach Damp zu fahren. Als sie (nach brückensperrtechnischen Umwegen) in Damp waren, kam die Zeit, dass es Abendessen geben sollte. Sie heizten den Backofen vor, deckten den Tisch und freuten sich über Rikes köstliche Lasagne. Denn sie hatten nichts, vorrüber sie sich beschweren konnten. In der Nacht sahen die FS-lerinnen viele weiße gekleidete Gestalten über die Flure des Seattle Grace Hospital flitzen.
In der selben Gegend ist das Aqua Tropicana, das am Sonnabnd besucht werden wollte. Bekleidet in Badesachen traten sie ins Wasser. Das Wasser der Wasserrutsche spritze um sie. Fürchten mussten sie sich nicht, denn es war herrlich warm. Nachdem das Wasservergnügen zu Ende war, die Mädels wieder abgetrocknet und warm angezogen sprachen sie untereinander: lasst und nun gehen und sehen, was neues im SGH passiert ist, was auf dem Laptop so zu sehen ist. Sie spazierten geruhsam am Strand entlang und zu Hause fanden sie alles: Lasagne, Brötchen, Schoki, Chips, Kekse, Obst, wie sie es sich gewünscht hatten.
Am nächsten Morgen folgte, nach langer GA-Nacht, ein ausgiebiges Frühstück, wiederum mit allen Köstlichkeiten die es so gibt.

26.11.2006

Wien - am Strand bei den Kängurus

Gut einen Monat in Deutschland schon packt mich wieder das Reisefieber. Dieses mal geht's nach Wien. Ich war ja schon sooo lange nicht mehr in Austria (ahh, Australia - nice beaches)
Am Freitag abend ging's los. Mit Air Berlin gen Süden. Meine Geografiekenntnisse waren wieder einmal so weit weg, dass ich sehr überrascht war, als der Pilot ankündigte, wir seien jetzt über Prag. Aha, Prag ist also näher als Wien...

Vom Flughafen bin ich dann mit der S-Bahn *bitte Hamburg beeil Dich mit der Flughafen S-Bahn* schnell in die Stadt gefahren. Da hat Nina auf mich gewartet und mir schon mal eine kleine nächtlich Stadtrundfahrt geboten.
Bei ihr zu Hause gab es dann den leckersten Apfelstrudel seit langem. Und mehr als 600 Fotos :-)
Ein paar Stunden später sind wir beide total fertig ins Bett gekippt. War ein langer Tag!
Am Samstag erstmal gemütliches Frühstück. Dann auf in die Stadt. Stephansdom, Naschmarkt, Uni, Rathaus und natürlich ein paar Weihnachtsmärkte.
Es ist leider nicht so richtig kalt. Aber kalt genug, um in Winterstimmung zu kommen. Und die Weihnachtsmärkte sind großartig! Auf dem Weihnachtsmarkt am Rathaus gibt es eine absolut niedliche Engelkapelle, die Weihnachtslieder spielt. Sehr großartig finde ich auch den Riesenadventskalender und den Fahrradshuttleservice zwischen den Weihnachtsmärkten.
Abends heißt es dann ab ins Theater! Wir sehen für unschlagbar günstige 2,50€ Rebecca. Ein Musical von dem ich noch nie gehört hatte, das ich aber wirklich sehenswert fand!
Nach dem Kultur-Event sind wir dann noch in ein Caféhaus gegangen. Herrlich...
Die Nacht war wieder recht kurz. Es gibt ja sooviel zu erzählen.
Am Sonntag morgen stand dann Frühstück im Weltcafé auf dem Plan. Ich habe sudanesisch gefrüstückt. Ganz anders, aber sehr lecker.
Am frühen Nachmittag, also nach dem Frühstück, sind wir in eine Chagallausstellung gegangen. Auch das war total schön. Ein Wochenende Kultur pur.
Abends war ich ein letztes mal (für dieses mal Wien) auf dem Weihnachtsmarkt. Am Schloss! Himmel, was für eine Stimmung. Alles dunkel, der Wegrand markiert mit Metallpyramiden, die von innen beleuchtet waren und das Licht in sternform nach aussen gestrahlt haben.
Die Stände kleine Holzhäuschen und ein paar Blechbläser, die Weihnachtslieder spielen.
Unendlich schön, leider auch unendlich voll...
Ach ja zwischen Chagall und Weihnachtsmarkt wollte ich nochmal zum Hundertwasserhaus. Ich fand dieses Konstrukt schon immer faszinierend. Überall Bäume, runde Ecken und Farben! es ist alles bunt und lädt zum Gucken ein. Auch die Häuser rundherum sind alle in irgendeiner Weise besonders.


Montag morgen hieß es dann: fix aufstehen, zum Flughafen fahren und ab ins graue Kiel....

11.10.2006

Stadt der Engel

Willkommen in Krung Thep Mahanakhon Amon Rattanakosin Mahinthara Ayuthaya Mahadilok Phop Noppharat Ratchathani Burirom Udomratchaniwet Mahasathan Amon Piman Awatan Sathit Sakkathattiya Witsanukam Prasit steht in großen Lettern am Flughafen. Ich bin also in Bangkok angekommen. Meine erste Befürchtung, es könne so heiß sein, wie in Dubai bestätigt sich nicht. So warm ist es zum Glück nicht. Aber warm genug. Ich mache mich auf zur Hostel. Ganz niedlich. Nur leider weiß keiner von mir. Und die Frau an der Rezeption spricht kein Englisch. Trotzdem bekomme ich ein Bett und ein Schließfach. Morgens treffe ich im Gemeinschaftsraum Mae, eine junge Thai, die sich langweilt und mir hellauf begeistert den Vorschlag macht, dass wir zusammen in die Stadt fahren und uns die Tempel und so angucken. Als erstes fahren wir zum Grand Palace. Dort gucken wir uns die Tempel an. Das ist wirklich beeindruckend. Ich hätte nie gedacht, dass mich ein asiatisches Land jemals so faszinieren würde. Ich kann mich gar nicht satt sehen an den Farben, Mosaiken und kunstvoll hergerichteten Tempeln. Überall läuft alles gleichzeitig. Die Mönche meditieren, die Kartenverkäufer verkaufen Karten, Touristen machen Fotos. Und keiner scheint den anderen zu stören. Der Palast ist riesig. Ein riesig großes Gelände mit vielen Tempeln und einem ehemaligen Königspalast. Derjenige, der dort gewohnt hat, muss ein richtiger Glückspilz gewesen sein. Denn der Blick aus dem Fenster ist der Hammer. Goldene Pagoden, glitzernde Mosaike und das alles mitten in der Stadt. Weiter geht’s zum Wat Po. Noch ein riesiger Tempelkomplex. Hier wird der Emeraldbuddha verehrt. Eine 15m lange goldene Buddhastatur liegt in einem der Tempel. Der Tempel mußte um den Buddha herum gebaut werden, weil die riesige Statue nicht bewegt werden konnte. Die Unterseite der Füße ist mit Perlmutt verziert. Wahnsinn. Das ganze ist gigantisch und absolut beeindruckend. Mir fehlen wirklich die Worte, um das alles zu beschreiben. In diesem Tempel kann man gegen eine Spende einen Topf mit Kleingeld kaufen und die Münzen in eine Reihe von Metallbecken werfen. Das Klimpern der Münzen ist weit hin zu hören. Weiter geht’s zu meinem Favoriten- Tempel. gar nicht so groß, aber sehr reich verziert und absolut bezaubernd ist der Tempel. Ein relativ kleiner (im Vergleich zu 15m) Buddha sitzt auf einem Podest. Alles glänzt und glitzert. Wieder sind Mönche dabei zu meditieren und die Opfergaben neu zu arrangieren. Und ich darf mitten drin sein. Ich bin richtig glücklich. Das ist der totale Hammer. So was habe ich noch nie erlebt. Eine ganze Zeit sitzen Mae und ich staunend da. Dann gehen wir, sehen uns noch das Museum an und nehmen ein Tuk-Tuk zum Parkplatz zurück. Mae will mit mir Essen gehen. Sie weiß auch wo. Okay, ich beschließe Ihr zu vertrauen. Ich hoffe nur, dass sie keine gemeinsame Sache mit dem Hostel macht und die in der Zeit meinen Schrank ausräumen. Das Restaurant, in das wir eigentlich wollten hat schon zu. Also fahren wir zu Anna’s Café. Anna, die Anna von The King and I. Mae bestellt und ich genieße. Das Essen ist köstlich. Suppe mit Shrimps, Tintenfisch (nicht so lecker), Prawncakes, Papayasalat und Reis dazu. Alles wird geteilt. Also es steht alles in der Mitte und jeder kann sich nehmen, wozu er Lust hat. Boa ist das toll. Und das krasseste: Mae hat mich eingeladen. So richtig teuer (europäisch gesehen) ist es zwar nicht, aber 800 Baht sind für Thailand schon sehr viel. Jetzt fahren wir ins Jim Thompson Haus. Jim Thompson war Amerikaner, der nach dem zweiten Weltkrieg den Seidenhandel und Thailand wieder aufgebaut hat. Das Haus ist thailändisch mit europäischem Touch. Interessant, weil es sehr schön hergerichtet ist. Im Shop kann man alles mögliche mit Seide kaufen. Leider relativ teuer. Mae bringt mich zu einem Spa, ganz in der Nähe von dem Hostel. Dann verabschiedet sie sich. Ich genieße meine erste Thaimassage und gehe herrlich entspannt Abendbrot essen. Nicht so lecker, wie das Mittagessen. Und besonders das Obst ist eklig. Es ist mit Salz und Chili gewürzt. Okay ich habe es probiert...






Am Sonntag will ich zum Wochenendmarkt in Chatuchak. Mit dem BTS komme ich problemlos dorthin. Ich bummel fasziniert durch die schummrigen Gänge. Der Markt soll der größte Flohmarkt der Welt sein. Das kann ich absolut gut nach vollziehen. Es ist riesig. Ich weiß gar nicht, wo ich zuerst hingucken soll. Seide, „original“ Markenkleidung, Rucksäcke, Schnitzereien, Schmuck, Obst, Bücher, Spielzeug, Pflanzen, Tieren, Tücher und eigentlich alles, was man sich vorstellen kann. Zwischendurch gönne ich mir eine frische Kokosnuss. Es schmeckt ganz anders, als alles Kokos bei uns. Aber ich habe aus einer Kokosnuss getrunken und das weiße Fleisch ausgelöffelt. Ich bin mehr als 4 Stunden über diesen Markt gelaufen, dann fahre ich wieder zurück in die Altstadt. Ich will einen der Stadtspaziergänge aus dem Reiseführer machen. Chinatown, Tempel und Little India. Mit dem Taxiboot fahre ich Richtung Chinatown. Einen kleinen Tempel gucke ich mir genauer an und laufe dann über den Markt. So anders als der Wochenendmarkt ist es nicht. Nur kleiner. Aber alles ist in chinesisch beschrieben. Wahnsinn: eine Stadt in der Stadt. Little India kann ich nicht wirklich sehen, weil es schon zu spät ist. Die Geschäfte sind schon zu. Ich komme an einem Tempel mit Krokodilen vorbei. Als Haustiere gehalten, aber in schrecklichen Käfigen. Schade! Aber der Tempel gefällt mir auch gut. Im Innenhof laufen Hühner und Tauben umher. Ein weiterer Tempel liegt auf meinem Weg. Ich beobachte voller Begeisterung einen Mönch, der den Gong schlägt. Mittlerweile ist es schon fünf Uhr nachmittags und ich mache mich langsam auf den Rückweg. Wieder mit dem Taxiboot zurück zum BTS. Am Siam Square steige ich aus und laufe einmal durch die riesigen Malls. Alles ist mit Glas und großartigem Design versehen. Der Kontrast ist einmalig: Tempel neben Glasshopingcenter.






Morgens um halb sechs stehe ich auf, damit ich rechtzeitig loskomme. Ich will nämlich zum schwimmenden Markt. Ich nehme den öffentlichen Bus zum Busbahnhof. Es regnet und es ist wahnsinnig heiß. Am Busbahnhof werde ich sofort in den Bus gesetzt, der mich zum Markt fährt. Als wir da sind, werde ich sofort von Neppern gefischt. Ich kann mich allerdings befreien. 300 Baht für eine Stunde über den Markt fahren. Nein danke. Ich gehe weiter und finde eine Möglichkeit, für 150 Baht über den Markt zu schippern. Von dem eigentlichen Markt bin ich etwas enttäuscht. Ich glaube, es ist mehr Touri-Scheiß. Trotzdem bewundere ich die Marktfrauen, die hier in kleinen Booten ihre Ware feil bieten. Ich will nichts kaufen, was die meisten wieder nicht verstehen können. Ich frühstücke herrliches Obst und frage dann an der TI, wie ich zur Brücke am Kwai komme. Die beiden Männer verstehen wenig bis kein Englisch, aber irgendwie bekommen wir das hin. Ich habe einen Zettel mit der Beschreibung. Sie haben mir auf Thai aufgeschrieben, welche Busse ich nehmen muss und wie der Ort heißt. Alles klappt wunderbar und ich bin glücklich das touristische Thailand für einige Zeit hinter mir lassen zu können. Hier erlebe ich meinen ersten wirklichen Tropenregen. Innerhalb kürzester Zeit steht sie Straße bestimmt einen halben Meter tief unter Wasser. Den Bus stört das nicht. Aber ein paar Autos müssen anhalten, weil sie scheinbar nicht weiterkommen. Nach circa 3 Stunden sind wir in Kanchanaburi. Von hier nehme ich ein Tuk-Tuk. Der Fahrer bringt mich zur Brücke. Wieder regnet es. Da die Busfahrt viel länger gedauert hat, als ich vermutet hatte (und mir die beiden von der TI gesagt hatten) kann ich nicht mehr ins Museum gehen. Das muss dann bis zum nächsten mal warten. Die Brücke ist wenig spannend. Eine ganz normale Brücke eben. Die genaue Geschichte muss ich noch mal nachlesen... Auf dem Rückweg muss der Tuk-Tuk-Fahrer tanken. Ein wenig Benzin spritzt über meine Hose. Ich bin nicht so richtig glücklich, als der Fahrer sich dann eine Zigarette anzündet. Im Bus zurück nach Bangkok ist es wieder richtig kalt. Logischerweise stehen wir eine ganze Zeit im Stau.



Nach diesem wunderbar ereignisreichen Tag lasse ich mich mit dem Taxi (es gibt noch keine Öffis zum neuen Flughafen...) zum Flughafen bringen. Der ist so neu, dass er noch gar nicht fertig ist. Überall wird gebaut und geschraubt und gehämmert und geklebt. Der Flug ist bescheiden. Neben mir sitzt ein schnarchender Mann, der besser zwei Sitze hätte buchen sollen, dann hätte es besser gepasst.
Kurzer Stopp in Dubai - nix passiert, aber beim Starten kann ich wunderbar sehen, wie Dubai von oben aussieht.
Dann irgendwann, nachunglaublich vielen Stunden Wachsein, bin ich in Hamburg angekommen.
Eines steht jetzt schon fest: Ich werde weiterreisen!!!

26.09.2006

Der sonnige Norden ruft!

Wieder Aufstehen mit Wecker, wir wollen schnell Richtung Norden fahren. Bei Ezy bekommen wir unseren Daihatsu, in einem unwiderstehlichen türkis. Hanna fährt. Immerhin sollte sie die Stadt kennen. Wir sind schnell aus der Stadt raus und fahren auch schon auf dem Highway 1 nach Norden. Typisch neuseeländisch sieht die Landschaft aus. Weiche grüne Hügel und Schafe. Dazu die Häuser und Autos. Das tut total gut, wieder hier zu sein. Und vor allen, raus aus der Stadt. Am frühen Nachmittag sind wir im Kaurimuseum. Dort ist alles über die Bäume ausgestellt und auch einiges darüber, wie es früher in den Holzfäller und Gum-Digger Orten zugegangen ist, zu lesen. Ein nachgebautes altes Hotel steht Model für das komplette Leben in der Stadt. Und immer wieder Kauri. Hier mal eine Tür, dort mal eine Kommode oder ein Tisch.
Alte Maschinen laufen hier auf Hochtouren und wir können Puppen beim Sägen zusehen. Wirklich beeindrucken ist der Gum-Room. Dort ist das Kaurigum ausgestellt. Eine Art Bernstein, der in Klumpen gefunden werden kann, die einige hundert Gramm schwer werden können. Ich hatte wirklich das Gefühl plötzlich im verschwundenen Bernsteinzimmer zu stehen. Überall leuchtete es mir in den verschiedensten Braun-Gelb-und-Honig-Farben entgegen.
Weiter geht unsere Reise Richtung Norden. Bei Woolworth in Dargaville kaufen wir ein. Heute abend gibt es Ku
mara und Gemüse. Den Abend verbringen wir in einem Farmbagpacker in Kaihu. Total niedlich. Die Abfahrt ist wirklich steil (österreichisch und deutsch) Die Küche mäßig gemütlich und unser Dorm okay. Aber die Atmosphäre stimmt. Die Farm bietet die Möglichkeit einen kurzen Spaziergang zu machen. Wir machen diesen einmal im hellen, mit Aussicht und einmal bei Dunkelheit, um die Milliarden von Glühwürmchen zu bewundern. Die beiden Aussies, die wir kennenlernen gehen etwas später los und treffen ein Possum. Sofort, als sie uns davon erzählen, sind wir auch wieder auf dem Weg. Und tatsächlich: dort mitten im Wald flitzt einer dieser kleinen Kerle umher. Erst will er sich nicht zeigen, aber dann huscht er doch durch den Schein unserer Taschenlampen. Total niedlich!


Am nächsten Tag fahren wir vom Regen begleitet eine halbe Stunde zum Kauriwald. Wir machen eine kurze und zwei gaaaanz kurze Wanderungen. Neben dem Vater des Waldes haben wir die 4 Schwestern gesehen. Und merke: The feeding roots of Kauritrees are shallow and delicate... Also nicht vom Weg abkommen!!! Das ist auch unmöglich, denn der meiste Teil ist als Boardwalk ausgelegt. Das laufen ist angenehm und die Fotos werden das übrige tun. Die Bäume sind beeindruckend riesig. 16,4m soll der Stamm im Umfang messen. Echt der Wahnsinn. Mittlerweile ist das Wetter besser geworden und die Sonne lugt zwischen den Wolken hervor. Nach unseren Waldspaziergängen (es ist schon Mittag) fahren wir noch mal schnell zurück, weil wir das Essen vergessen haben. Dann geht es wieder nach Norden. Im Blabla Café in Kataia trinken wir Tee und freuen uns über unser wunderbares Leben. Jetzt sind wir auf dem „einspurigen“ Twin-Coast-Discovery-Highway. Also es gibt nur noch einen Hiway, der nach Norden führt. Der Bagpacker, den wir eigentlich wollten ist ausgebucht. Also fahren wir nach Pukenui. Wieder ein Farmbagpacker. Alles ist herrlich sauber und wir haben sogar eine Heizung im Zimmer. Die Aussicht über die Farm ist unbeschreiblich neuseeländisch. Und die Hosts sind super freundlich.



Als wir aufstehen, hängt der Nebel noch tief auf den Weiden. Aber die Sonne scheint und wir freuen uns auf Cape Reinga. Schnell sind die Sachen gepackt und die restlichen Nudeln von gestern gegessen. Dann fahren wir auch schon wieder nach Norden. Diesmal haben wir hoffentlich nichts vergessen. Schneller als erwartet kommen wir am Cape an. Juhu, wir sind alleine hier. Die Sonne strahlt und die Ozeane rauschen. Es ist so friedlich hier. Auf dem Wegweiser fehlt nur das Schild nach Hamburg. Das bauen wir uns selber... Wir sehen das Nordkap, das Ende der neuseeländischen Welt und danach kommt nichts. Nur noch Wasser für unvorstellbar lange Zeit. Als die ersten Touristenbusse kommen, machen wir uns auf eine kleine Wanderung zum Cape Maria van Diemen. Der Hinweg geht eine Stunde bergab... Unten sitzen wir eine Weile am Strand und gucken den Wellen zu. Es riecht nach Meer und alles ist wunderschön. Der Rückweg ist einigermaßen anstrengend, aber trotzdem war der Spaziergang jeden Meter bergauf wert. Jetzt geht es wieder nach Süden. An der nördlichsten Tankstelle Neuseelands mieten wir Sandboards und fahren zu den Giant Sand Dunes. Dort müssen wir bestimmt 15m hochlaufen. Und zwar annähernd senkrecht. Es ist warm, aber die Aussicht großartig. Und dann kommt der Beste Teil. Wir rutschen auf den Boards die Steilwand hinunter. Wow, das macht voll Spaß!!!! Es ist schon relativ spät am Nachmittag und wir haben uns die Kahoe Lodge ausgesucht. Wieder ein Farmstay. Da wir vermutlich später als die normalen Bagpackers ankommen, rufen wir bei Stefano, einem einheirateten Italiener an. Kein Problem, wenn wir ankommen, wartet schon eine frische Pizza auf jeden. Und vermutlich auch eine schöne Dusche. Am 90-Mile-Beach machen wir einen kleinen Spaziergang. Der 90-Mile-Beach ist eigentlich nur 90km lang und eine Straße. So richtig mit Straßenschildern und Speedlimit. Nur Mietwagen dürfen dort nicht fahren, weil immer wieder Autos im Sand versinken und dass wollen die Vermieter lieber nicht. Hanna und ich gehen zu Fuß. Wir planschen mit den Füßen durch die tasmanische See und sammeln ein paar Muscheln. Wir fahren eine Weile durch die Dunkelheit und siehe da, irgendwann taucht ein kleines Schildchen auf und wir sind an unserem Ziel für heute Nacht angekommen. Das Bagpackers ist das allerschönste, das ich jemals bewohnt habe. Stefano gradet uns zum Freundschaftspreis up, der Dorm ist soooo voll (mit drei Leuten). Nach einer wirklich notwendigen Dusche (die halbe Düne ist jetzt weggespült...) bekommen wir eine der weltbesten Pizzen in NZ serviert. Hanna und ich sitzen noch eine ganze Weile in der urgemütlichen Küche und gucken im blauen Ordner nach Wanderungen, die wir morgen unternehmen können. In unserem Twin-Room sind die Betten wahnsinnig gemütlich und haben sogar Heizdecken. Stefano hat in einer Garage einen Fußballraum eingerichtet. Trikots, Fahnen und Wimpel hängen an den Wänden. Auch die Pizzen sind nach Fußballspielern benannt. Wir haben es hier also mit einem wirklichen Fußballfan zu tun. Es ist alles sooo liebevoll hergerichtet, dass es uns morgen bestimmt schwerfallen wird wieder zu fahren.





Nach einer erholsamen Nacht wachen wir mit strahlendem Sonnenschein auf. Vor der Terassentür sitzt eine Katze und nach dem Frühstück lernen wir noch die Wollschweine und den Welpen kennen. Alles ist bei Sonne noch viel schöner. Stefano empfiehlt uns noch eine andere Wanderung. Ein ganz leichter Weg, circa 3 Stunden, return. Okay, das klingt total gut. Also machen wir uns auf zu Duke’s Nose. Mit dem Auto fahren wir ca. 5 Minuten und schon können wir loswandern. Es gäbe sogar die Möglichkeit in einer DOC- Hütte zu übernachten. Über Weihnachten und Neujahr soll die Hütte immer schon Jahre im Voraus ausgebucht sein. Schon nach kurzer Zeit im Busch, wissen wir warum. Die Landschaft ist unglaublich neuseeländisch. Grün in allen Schattierungen und leider auch die eine oder andere Spinne, die ihr Netz quer über den Weg gespannt hat. Spinnenweben sind bestimmt gut für die Haut...
Nach ungefähr einer Stunde sind wir an einem kleinen Fluß angekommen. Schuhe aus und durch. Hier hätten wir auch baden können. Aber so warm ist es dann doch noch nicht. Im Sommer muss es hier einfach himmlisch sein. Nach weiteren zwei Stunden (so viel zum Thema drei Stunden return) sind wir da. Die letzten Meter müssen wir eine Felswand hochklettern. Und zwar senkrecht! Das DOC hat netterweise Ketten in den Fels geschraubt. Ich erlebe meine erste wirkliche Klettertour und dann sind wir oben. Wow! So eine Aussicht hätte ich nicht erwartet. Wir können die Ostküste bis zur Bay of Island im Süden und bis Doubtlessbay im Norden sehen.
Eine ganze Weile genießen wir die Sonne und die Aussicht. Wir haben auf dem ganzen Weg keinen einzigen Touristen (oder Local) getroffen. So alleine sind wir hier auf der Welt. Der Rückweg beginnt wieder steil, diesmal bergab. Dank der Kette ist es aber gar nicht so schlimm. Nach ungefähr 6 Stunden sind wir wieder am Auto angelangt. So ganz stimmte die Zeitangabe von Stefano wohl nicht, aber jede Minute, die wir gelaufen sind, war eine schöne.
Wir würden wirklich gerne einen Tee trinken gehen, aber das Café hat leider zu. Wir fahren weiter und kaufen in einem Dairy ein, weil wir nicht damit rechnen nach Kerikeri zu kommen. Plötzlich stehen wir vor dem ältesten Steinhaus und ältesten Holzhaus Neuseelands. Beides stammt aus dem späten 19. Jahrhundert. Das ist also alt hier ;-)
Unser letzter Bagpacker ist wieder eine Farm. Sie liegt etwas abseits des Highways in Whangaruru. So fahren wir bei dunkelster Nacht durch die Einsamkeit. Die Straße ist nicht asphaltiert und hier scheint kein Mensch zu leben. Kilometerlang kommt uns nichts und keiner entgegen. Irgendwann kommen wir an einer Kreuzung zum Stehen und lesen erstmal Karte. Mitten auf der Kreuzung. Zum Glück kommt kein anderes Auto. Dann dauert es nicht mehr lange und wir haben unsere Unterkunft gefunden. Etwas wuseliger und chaotischer als die anderen Bagpackers. Die Küche ist eine Gemeinschaftsküche für die Familie, die dort wohnt und die Bagpackers.



15.09.2006

Wieder zu Hause oder so...

Der Flug nach NZ war beschaulich. Ich hatte einen wahrhaft genialen Platz in der vorletzten Reihe mit reichlich Beinfreiheit und einem kurzen Weg zum Klo.
Sämtliche Zwischenlandungen waren komplikationslos und ich bin nach vielen Stunden leicht gerädert in Auckland gelandet.
Der Rest war wie nach Hause kommen. "Ach hier war ja..." und "Da habe ich schon mal..."
Die Tage in Tauranga waren noch mehr wie zu Hause. Sue hat großartig gekocht. Wir haben Bilder angeguckt, ferngesehen und einen Vormittag bin ich ins Krankenhaus gefahren und habe ich vorgestellt. Das alleine war sehr lustig, denn Danya Moody (die Personalfachfrau) guckte etwas ungläubig, als ich ihr erzählte, dass ich aus Germany komme. Sie hat erst geglaubt, ich sei extra aus Deutschland nach NZ geflogen, um mich im KH vorzustellen. Soweit geht die Liebe dann doch nicht.
Mein Ausflug zum Mount war wunderbar. Das Wetter großartig, nicht zu warm, nicht zu kalt. Strahlender Sonnenschein, blauer Himmel, weißer Sand, grünes Gras - Neuseeland eben.
Sue hat mir ihr Auto gegeben. Ich bin zum ersten mal in meinem Leben mit Schaltung auf der linken Seite gefahren. Und es war kein Problem. Sicher ein bißchen gewöhnungsbedürftig... Und die Scheibenwischer-Blinkung funktioniert immer noch nicht. Da müssen die Autobauer noch dran arbeiten.
Bevor ich wieder zu Hanna gefahren bin, habe ich noch einen Abstecher nach Taupo gemacht. Dort habe ich eine ehemalige Schulkameradin getroffen. Leider hat das Tongariro-Crossing nicht geklappt, das Wetter...
Dafür bin ich auf dem Rückweg in Taupo zu den Huka-Falls gelaufen. War wirklich sehr schön!

12.09.2006

Dubai

Morgens mache ich mich auf in die Stadt. Der Stadtplan aus meinem Reiseführer ist absolut beschissen. 80% der Straßen sind nicht drin. Na super!!! Ich laufe in glühender Hitze, möglichst immer im Schatten, am Creek entlang und dann über die Brücke auf die andere Seite. Auf einer Bank im Schatten ruhe ich ein wenig aus. Ich bin dank eines Umweges fast 2 Stunden gelaufen. Ich war nach 5 Minuten derart nass geschwitzt. Unglaublich!!!! Nach einer weiteren halben Stunde Laufen bin ich kurz vorm Museum. Das Museum besteht aus einem alten und einem neuen Teil. Der alte Teil ist ohne, der neue mit Klimaanlage. Beide sind sehr schön gemacht. Jeder auf seine Art. Ich sehe ein typisch emiratisches Haus und ein Schiff und eine Küche und einen Wachtturm. Im neuen Teil sind die “neuen” Emirate ausgestellt. Wie das Leben heute ist und alles mögliche an Naturdingern. Also, Tiere und Pflanzen, Wasser und Wüste, Beduinen und Scheiche. Wirklich schön gemacht. Ein ganz merkwürdiger Typ folgt mir. Sogar als ich schon aus dem Museum raus bin. Ich flüchte vor ihm in einen Supermarkt. Kurze Zeit später ist er weg. Puh! Ich laufe eine Weile durch das alte Viertel. Finde aber dank Reiseführer den Souk nicht. Supi... Aber lauter andere schöne Häuser und Gebäude. Einige haben noch die alten Windtürme und brauchen angeblich keine Klimaanlage. Wer’s meint. Ich könnte hier nicht ohne Air-Con!!!
Zum Abendessen gibt es libanesisch. Besonders der Salat ist lecker. Petersilie mit Tomate und Chilli. Ich bin begeistert. Allerdings schocken mich die Preise. Ich hatte wieder Äthiopien erwartet...

In den folgenden Tagen sehe ich mir die verschiedenen Souks an. Leider stand in meinem Reiseführer nicht, dass die Souks erst um 9.00 bzw. 10.00 Uhr öffnen. Ich sitze eine ganze Weile nichtstuend davor und warte. Der Hauptsouk ist nicht so spannend. Mir gefällt der Gewuerzsouk. Auch der Goldsouk ist beeindruckend. Gold in Kilogramm... Aber es sieht mehr nach Massenware aus. Ich wollte hier eh nichts kaufen. Im Gewuerzsouk gibt es wieder alle Gewürze zu kaufen, die ich jemals gerochen habe. Die Verkäufer sind nervig. Ich will in keinen Shop reingehen und nichts kaufen. Ich will einfach nur gucken. Und ich will mit keinem Tee trinken. Der Eintritt ins Stadtmuseum ist frei (dafür hätte man auch nichts verlangen dürfen...). Viel zu sehen gibt es nicht. Ein paar Bildertafeln erzählen, wer die ersten Straßen gebaut hat, wann der erste Souk eröffnet wurde und wie das Regierungssystem aufgebaut ist.
Nach den Souks gehe ich in einem kleinen Café einen Cocktail (gemixten Fruchtsaft) trinken. Dann gehe ich weiter durch die Stadt. Immer wieder stehe fasziniert vor einem Luxusauto oder einem Lastenfahrzeug mit Menschenbetrieb. Mit einem der traditionellen Boote fahre ich über den Creek und laufe eine Weile durch die Altstadt. Ein kleiner Ausflug zum Hafen rundet den Tag ab. Zum Abendbrot bestelle ich in einem syrischen Restaurant etwas, von dem ich nicht weiß, was es ist. Bohnen in Joghurtsauce. Naja kann man essen. Der Salat, den ich dazu bekomme ist lustig. Die Peperoni sind scharf und als Sauce gibt es nur eine halbe Zitrone. Ich durfte übrigens nicht unten sitzen, dort ist nämlich für Männer reserviert. Ich kann diese zwei-Klassengesellschaft nicht leiden. Was macht Männer so besser?
Ich bin satt von dieser Welt und ich freue mich auf NZ!