Die Bilder sagen mehr als genug.
30.06.2014
Fabelaktige Tafjordfjella
Die Bilder sagen mehr als genug.
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Tafjordfjell,
Wunderschön
Standort:
Tafjord, Norge
15.05.2014
Fast schon Tradition
Es ist schon fast zur Tradition geworden, dass Rike und Stephan mich besuchen kommen. Nicht ganz ausgeruht nach dem Choraustausch, habe ich angefangen Babybrei zu kochen und das Haus kindersicher zu machen. Das Kind soll sich ja auch wohlfühlen. Die Kombination aus Lachs, Kartoffeln und Wurzeln hatte auf jeden Fall Erfolg. Brötchen und Brot auch, genau wie verschiedene Gerichte aus Ellas kitchen.
Wie üblich sind wir einkaufen gegangen. Und wie üblich gab es eine, die am meisten bekommen hat.
Eines Abends haben wir uns auf die gar nicht so lange Reise zu den Papageientauchern gemacht. Die Sonne hat uns mit warmen Strahlen verwöhnt. Kurz geparkt und dann denn steilen Weg auf den Berg, um kurze Zeit später bei den Vogelfelsen anzukommen. Wow - sooo viele Vögel! Kann das sein? Hat nicht die Zeitung geschrieben, dass es dieses Jahr so wenige sind, die hier brüten? Wenn das wenige sind, wie sieht es dann aus, wenn viele Vögel hier sind? Sie surrt. Von überall kreischt und krächzt es. Mit etwas weichen Knien stehe ich am Abhang und gucke mir die eher weniger eleganten Landungen der kleinen Vögel mit dem schönen Schnabel an. Schon putzig, wenn die aus vollem Flug einfach auf die Beine plumpsen. Unser Abendessen findet mitten auf der Wiese statt. Die Sonne im Nacken, die Vögel rund herum und die gute Laune dabei. Es ist einfach nur schön. Irgendwann wird es kühl und wir treten den Heimweg an. Das Meer ist blaubeersaftblau gefärbt und die letzten Sonnenstrahlen spiegeln sich auf der scheinbar seidigglatten Wasseroberfläche.
Nach einer Woche heisst es dann wieder Abschiednehmen, immer in der Gewissheit bis zum nächsten mal!
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Standort:
Runde, Herøy, Norge
30.04.2014
Völkerverständigung
Ich hatte ja seit Ende April Besuch und bin immer noch total erschlagen von den Ereignissen. Am 30.4. kam die Ansgar-Kantorei (der Chor der Ansgarkirche aus Hamburg) mit 20 Leuten hier an. Mein Chor hier hatte in der Kirche schon eine Kaffeetafel vorbereitet mit diversen Kuchen, belegten Broten, Waffeln und und und. Alle Sänger waren in Familien hier aus dem Chor untergebracht, ich glaube das hat allen gut gefallen.
Am 1.5. sind wir morgens nach Geiranger gefahren. Ich hatte dazu einen Bus gemietet, so dass alle zusammen fahren konnten. Wir waren 45 Leute auf der Tour. Das Tolle war, dass viele aus dem Ålesunder Chor was zu den Orten sagen konnte, durch die wir gefahren sind. Zum Beispiel über die Steinschlag/Lawinen/Flutwellen überwachung. Auf vielen Bergen sind Überwachungsgeräte installiert, damit eventuelle Steinschläge die zu Flutwellen führen könnten, den Bewohnern rechtzeitig mitgeteilt werden können - über ein SMS-Warnsystem. Ich hatte mir nie große Gedanken darüber gemacht, dass Tsunamis hier ein Problem sein könnten, aber habe jetzt gelernt, dass solche Flutwellen eine große Gefahr hier sind. Interessanterweise wird auch gerade ein Katastrophenfilm in Geiranger gedreht, über eine Flutwelle die die Dörfer und Höfe hier in der Umgebung zerstört. Wir sind zum Glück nicht von solchen Flutwellen erwischt worden, sondern konnten ganz gemütlich mit der Touristenfähre nach Geiranger fahren. Eine Stunde durch alle Jahreszeiten, die die Welt zu bieten hat. Mit Sonne und blaumen Himmel über Regen, Hagel und Schnee zu bedecktem Himmel in 60 Minuten. War ziemlich beeindruckend.
In Geiranger haben wir dann einen Spaziergang gemacht, sind zum Aussichtpunkt gegangen, bevor wir weiter über die Adlerstraße gefahren sind und auf dem Rückweg nach Ålesund eine Führung in der Rosenkirche bekommen haben. Abends haben wir dann noch fast 4 Stunden geprobt. Ich war abends sooooo müde, dass ich fast auf dem Weg nach Hause eingeschlafen wäre.
Freitag haben wir erst eine Stadtführung gemacht. Britt aus dem Chor ist ausgebildete Stadtführerin und hat uns über die Jugendstilhäuser, Kaiser Wilhelm und das große Feuer erzählt. War total spannend, ich habe mal wieder ganz viel gehört, was ich vorher nicht wusste. Nachmittags haben wir dann wieder geprobt und abends das erste Konzert gesungen. Am Samstag haben wir das gleiche Konzert noch mal in einem Nachbarort gesungen. Sonntag haben wir gemeinsam im Gottesdienst gesungen und zum Abschluss zusammen Mittag gegessen. Nachmittags ist der Hamburger Chor dann wieder zum Flughafen gefahren. Und ich war total geschafft. So viel hatte ich eigentlich gar nicht zu tun, aber eben Verantwortung für die ganze Sache. Es war total toll und hat allen sehr gefallen. Jetzt planen wir einen Besuch in Hamburg, hoffentlich nächstes Frühjahr.
Am 1.5. sind wir morgens nach Geiranger gefahren. Ich hatte dazu einen Bus gemietet, so dass alle zusammen fahren konnten. Wir waren 45 Leute auf der Tour. Das Tolle war, dass viele aus dem Ålesunder Chor was zu den Orten sagen konnte, durch die wir gefahren sind. Zum Beispiel über die Steinschlag/Lawinen/Flutwellen überwachung. Auf vielen Bergen sind Überwachungsgeräte installiert, damit eventuelle Steinschläge die zu Flutwellen führen könnten, den Bewohnern rechtzeitig mitgeteilt werden können - über ein SMS-Warnsystem. Ich hatte mir nie große Gedanken darüber gemacht, dass Tsunamis hier ein Problem sein könnten, aber habe jetzt gelernt, dass solche Flutwellen eine große Gefahr hier sind. Interessanterweise wird auch gerade ein Katastrophenfilm in Geiranger gedreht, über eine Flutwelle die die Dörfer und Höfe hier in der Umgebung zerstört. Wir sind zum Glück nicht von solchen Flutwellen erwischt worden, sondern konnten ganz gemütlich mit der Touristenfähre nach Geiranger fahren. Eine Stunde durch alle Jahreszeiten, die die Welt zu bieten hat. Mit Sonne und blaumen Himmel über Regen, Hagel und Schnee zu bedecktem Himmel in 60 Minuten. War ziemlich beeindruckend.
In Geiranger haben wir dann einen Spaziergang gemacht, sind zum Aussichtpunkt gegangen, bevor wir weiter über die Adlerstraße gefahren sind und auf dem Rückweg nach Ålesund eine Führung in der Rosenkirche bekommen haben. Abends haben wir dann noch fast 4 Stunden geprobt. Ich war abends sooooo müde, dass ich fast auf dem Weg nach Hause eingeschlafen wäre.
Freitag haben wir erst eine Stadtführung gemacht. Britt aus dem Chor ist ausgebildete Stadtführerin und hat uns über die Jugendstilhäuser, Kaiser Wilhelm und das große Feuer erzählt. War total spannend, ich habe mal wieder ganz viel gehört, was ich vorher nicht wusste. Nachmittags haben wir dann wieder geprobt und abends das erste Konzert gesungen. Am Samstag haben wir das gleiche Konzert noch mal in einem Nachbarort gesungen. Sonntag haben wir gemeinsam im Gottesdienst gesungen und zum Abschluss zusammen Mittag gegessen. Nachmittags ist der Hamburger Chor dann wieder zum Flughafen gefahren. Und ich war total geschafft. So viel hatte ich eigentlich gar nicht zu tun, aber eben Verantwortung für die ganze Sache. Es war total toll und hat allen sehr gefallen. Jetzt planen wir einen Besuch in Hamburg, hoffentlich nächstes Frühjahr.
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Völkerverständigung
Standort:
Alesund, Norway
05.03.2014
Frühling auf dem Balkon
Nach eisreichen Tagen in Nord-Nord-Norwegen, sollten ein paar sonnenreiche Tage in Nord-Ost-Deutschland folgen. Immer die Sonne im Rücken über Oslo nach Hamburg. Ein bisschen die Großstadt genossen, bevor die Fahrt weiter nach Kiel ging. Das entspannte Leben in Reinkultur. Morgen ausschlafen, lange frühstücken und vielleicht noch ein bisschen Spazierengehen. Ansonsten lesen, Kind schaukeln und klönen. Mehr war nicht zu tun. Naja, hin und wieder mal Essen kochen und abwaschen und so. Aber das war schnell gemacht.
Die Sonne meinte es gut mit mir und hat uns auch an einem dieser Urlaubstage verwöhnt, an dem wir nach Eckernförde gefahren sind. Eigentlich zum einkaufen, aber es wurde mehr ein eingucken. Die kleine Stadt mit den alten Häusern und der Bonbonkocherei direkt neben der Schokoladenfabrik. Hier gab es die eine und andere Leckere zu kaufen. Sogar Bonbons mit Zwiebel-Honig-Aroma haben die Bonbonkocher gezaubert. Auf den ersten Blick etwas abwegig, aber doch ziemlich lecker.
Einen anderen Sonnentag haben wir in Holtenau verbracht. Die Anreise etwas aufregend, weil die Kanalfähre Ferien hat. Also zurück zur Straße und den Bus nehmen. Ein bisschen verstpätet kommen wir zum Frühstück ins Schiffercafé in Holtenau. Eine kleine urige Kneipe, die nicht nur abends Musik verspricht sondern auch leckeres Frühstück und den Charme der Küste. So lässt es sich wirklich leben.
Kiel klingt ja erstmal so ungefährlich, aber ich glaube das Leben in Kiel kann durchaus gefährlich sein. Eines schönen Abends - ich war gerade auf dem Weg zum Schrevenpark - standen da Polizeiautos und ganze Spuresicherungsteams und Feuerwehr und und und in der Holtenauerstraße. Umringt von jeder Menge Kameraleute, die diesen Tatort konservieren mussten, damit alle Deutschen an einem Sonntagabend in der Zukunft auch mal sehen können, wie die Kieler Tatortkommissare Verbrechen an der Küste aufklären.
Vor der Heimreise noch ein paar Organisationsfragen geklärt, dabei einen netten Tag verbracht und vollbepackt nach Hause. Also vollbepackt in den Flieger gestiegen, aber leider ohne Gepäck ausgestiegen. Das Gepäck hat seinen Urlaub verlängert und kam erst 2 Tage später an. Dafür aber direkt an die Haustür.
28.02.2014
Auf in den hohen Norden
Weiterbildung ist eine gute Sache. Das sieht zum Glück auch die norwegische Ärztevereinigung so
und hat das Weiterbildungscurriculum dementsprechend gestaltet. Statt einer großen Prüfung am Ende der Facharztweiterbildung muss man eine gewisse Anzahl Kursstunden absolvieren und am Ende der Kurse jeweils eine Prüfung machen. Ich glaube, dieses Konzept passt besser zu mir als die eine große Prüfung.
Dieser Kurs sollte mich in die Säuren und Basen des menschlichen Körpers vertiefen. Ja gut... Viel spannender hingegen, der Kursort - Tromsø! Fast ganz im Norden, mit der nördlichsten Brauerei und Uni und und und der Welt. Ich bin schon früher hingeflogen, um noch einen Tag für die Stadt zu haben. Trübes Wetter hat mich am Flughafen empfangen. Naja, ich will ja eh Säuren lernen. Aber für eine Stadttour reicht es ja. Entspannt ziehe ich durch die Straßen zum Polarmuseum. Klar, hier muss alles polar sein.
Mehrere Reisegruppen wollen da auch rein und ich kann mir die Führung mit anhören. Walfang, Seehundejagd, Leben im ewigen Eis und Expeditionen ins weiße Nichts füllen mehrere alte Lagerhäuser direkt am Wasser. Ein ganzer Saal ist dem Klimaschutz und der Naturerhaltung gewidmet - aber wo sind die anderen Besucher hin? Ist wohl nicht spannend genug. Ich habe es mir angeguckt und muss sagen, die anderen haben wenig verpasst. Die Ausstellung bestand aus gesundem Menschenverstand und Allgemeinwissen. Aber immerhin habe ich Eisbären gesehen, über Polarfahrten gelesen und viel alte Bilder bestaunt. Jetzt muss ein bisschen Kultur her. Also über die Brücke gelaufen und in am in die Kirche. Da gibt es um 23.30 ein Nordlichtkonzert. 5 Stücke, mir unbekannt, bestehend aus norwegischer Volksmusik, klassischer norwegischer Musik und Joik, dem Gesang der samischen Bevölkerung füllen diese "magische" halbe Stunde. Magisch ist vor allem der Preis - 180kr.
Die Woche vergeht mit Lernen und Lesen, spannenden und weniger spannenden Vorträgen und einer überstandenen Abschlussprüfung.
Der Winter war auch hier nicht wirklich schneereich. Dafür aber eisreich. Alle Straßen verstecken sich unter einem dicken Eispanzer und machen das Gehen zu einem aufregenden Abenteuer. Das bedeutet allerdings nicht, dass man nicht abends noch mal in die dunkle Telegrafenbucht laufen kann, um das geniale Schauspiel geladener Teilchen in der Atmosphäre zu bestaunen. Egal wie oft ich die wissenschaftliche Erklärung des Nordlichts lese, höre und in Ansätzen verstehe, ändert es nichts an dem Gefühl, dass es magisches am Himmel passiert, wenn ich den Kopf recke und die tanzen, wabernden Flammen am Himmel sehe.
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Standort:
Tromsø, Norge
16.01.2014
Manchmal klappt es mit der Freiwoche
Der Winter war ja nicht so dolle bis
jetzt. Um nicht zu sagen, es war warm und regnerisch. Weihnachten war es
mal etwas kälter, aber auch nicht so richtig kalt. Pünktlich zu meiner
Freiwoche hat es angefangen zu schneien und von jetzt auf gleich ist es
so richtig kalt geworden. Das ganze Wochenende kamen dicke weiße
Flocken, die auch tatsächlich liegen bleiben wollten. Also Ski anziehen
und los. Ob zum Einkaufen oder durch die beleuchtete Spor am frühen
Abend.
Standort:
Ålesund, Norge
24.12.2013
Und wieder ist Weihnachten
Markt und Straßen stehn verlassen,
still erleuchtet jedes Haus,
Sinnend' geh ich durch die Gassen,
alles sieht so festlich aus.
An den Fenstern haben Frauen
buntes Spielzeug fromm geschmückt,
Tausend Kindlein stehn und schauen,
sind so wunderstill beglückt.
Und ich wandre aus den Mauern
Bis hinaus ins freie Feld,
Hehres Glänzen, heil'ges Schauern!
Wie so weit und still die Welt!
Sterne hoch die Kreise schlingen,
Aus des Schnees Einsamkeit
Steigt's wie wunderbares Singen-
O du gnadenreiche Zeit!
Ja jetzt sind Markt und Straßen verlassen. Ich glaube, sie haben es verdient nach den harten letzten Tagen vor Weihnachten. Ich habe von wahrem Chaos in den Geschäften gehört.
Umso mehr genieße ich die Stille in meinem Haus. Obwohl - Stille? Im Ofen brennt ein Feuer und macht angenehme Geräusche, draußen heult der Wind. Ich habe eben schon einen Weihnachtsspaziergang gemacht. Staunend und ein bisschen nachdenklich bin ich an den Häusern entlanggegangen. Lauter Lichter in der Dunkelheit.
Einige sind wunderschön geschmückt. Fast überall in den Fenstern scheint es warm und hell. Weihnachtsdekoration, Blumen und Lichter - so ist die dunkle Zeit erträglich.
Die norwegischen Kinder sind, wie sicher die meisten Kinder heute, aufgeregt. Einigen bin ich draußen begegnet und sie haben mir vom Weihnachtsbaum erzählt und wie sehr sie sich auf heute Abend und die weiteren Feiertage freuen. Die Großeltern kommen, das Weihnachtsessen, der Baum und die Geschenke.
Eine kleine Runde bis zum Berg bin ich gegangen, heute morgen. Hier war es ganz still. Nur hin und wieder hat ein Vogel gesungen. Ganz still lag auch der Fjord da. Nachdem es die Woche recht ausgiebig geregnet hat, haben die Berge alle eine Puderzuckerhaube bekommen. Auch nach fast 4 Jahren empfinde ich den Anblick atemberaubend. Wenn es langsam hell wird, die Sterne glänzen und die Berge sich im Fjord spiegeln, so weit und so still - diese schöne Welt.
Schnee liegt hier direkt nicht, nur auf den Bergen. Aber auch kleine Eiskristalle im Matsch können hübsch sein. Mit den Klängen vom Konzert des letzten Wochenendes im Ohr, dem Weihnachtsoratorium, breitet sich in mir ein Gefühl von etwas besonderem aus. Weihnachten, gnadenreiche Zeit!
Weihnachten ist und bleibt es etwas besonderes, vielleicht ist der Wortlaut nach 150 Jahren ein bisschen anders. Aber das Weihnachtsgefühl bleibt. Auch wenn ich nicht so feiern werde, wie die meisten anderen, sondern im Krankenhaus bei den kleinsten der Kleinen wachen, ist mir ein bisschen weihnachtlich. In meinem Wohnzimmer steht der geschmückte Weihnachtsbaum, ein Beispiel für gelungene Inklusion und ich habe dieses Weihnachtsgefühl in mir. Dieses erst leichte, dann immer stärker werdende Gefühl, dass dieses eine besondere Zeit ist - eine gnadenreiche Zeit!
still erleuchtet jedes Haus,
Sinnend' geh ich durch die Gassen,
alles sieht so festlich aus.
An den Fenstern haben Frauen
buntes Spielzeug fromm geschmückt,
Tausend Kindlein stehn und schauen,
sind so wunderstill beglückt.
Und ich wandre aus den Mauern
Bis hinaus ins freie Feld,
Hehres Glänzen, heil'ges Schauern!
Wie so weit und still die Welt!
Sterne hoch die Kreise schlingen,
Aus des Schnees Einsamkeit
Steigt's wie wunderbares Singen-
O du gnadenreiche Zeit!
Ja jetzt sind Markt und Straßen verlassen. Ich glaube, sie haben es verdient nach den harten letzten Tagen vor Weihnachten. Ich habe von wahrem Chaos in den Geschäften gehört.
Umso mehr genieße ich die Stille in meinem Haus. Obwohl - Stille? Im Ofen brennt ein Feuer und macht angenehme Geräusche, draußen heult der Wind. Ich habe eben schon einen Weihnachtsspaziergang gemacht. Staunend und ein bisschen nachdenklich bin ich an den Häusern entlanggegangen. Lauter Lichter in der Dunkelheit.
Einige sind wunderschön geschmückt. Fast überall in den Fenstern scheint es warm und hell. Weihnachtsdekoration, Blumen und Lichter - so ist die dunkle Zeit erträglich.
Die norwegischen Kinder sind, wie sicher die meisten Kinder heute, aufgeregt. Einigen bin ich draußen begegnet und sie haben mir vom Weihnachtsbaum erzählt und wie sehr sie sich auf heute Abend und die weiteren Feiertage freuen. Die Großeltern kommen, das Weihnachtsessen, der Baum und die Geschenke.
Eine kleine Runde bis zum Berg bin ich gegangen, heute morgen. Hier war es ganz still. Nur hin und wieder hat ein Vogel gesungen. Ganz still lag auch der Fjord da. Nachdem es die Woche recht ausgiebig geregnet hat, haben die Berge alle eine Puderzuckerhaube bekommen. Auch nach fast 4 Jahren empfinde ich den Anblick atemberaubend. Wenn es langsam hell wird, die Sterne glänzen und die Berge sich im Fjord spiegeln, so weit und so still - diese schöne Welt.
Schnee liegt hier direkt nicht, nur auf den Bergen. Aber auch kleine Eiskristalle im Matsch können hübsch sein. Mit den Klängen vom Konzert des letzten Wochenendes im Ohr, dem Weihnachtsoratorium, breitet sich in mir ein Gefühl von etwas besonderem aus. Weihnachten, gnadenreiche Zeit!
Weihnachten ist und bleibt es etwas besonderes, vielleicht ist der Wortlaut nach 150 Jahren ein bisschen anders. Aber das Weihnachtsgefühl bleibt. Auch wenn ich nicht so feiern werde, wie die meisten anderen, sondern im Krankenhaus bei den kleinsten der Kleinen wachen, ist mir ein bisschen weihnachtlich. In meinem Wohnzimmer steht der geschmückte Weihnachtsbaum, ein Beispiel für gelungene Inklusion und ich habe dieses Weihnachtsgefühl in mir. Dieses erst leichte, dann immer stärker werdende Gefühl, dass dieses eine besondere Zeit ist - eine gnadenreiche Zeit!
01.11.2013
Fotos
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Norwegen,
Schlittenfahren,
Sonne,
Sulafjell,
Trolle,
Trollstigen
Standort:
Møre og Romsdal, Norge
01.10.2013
Uups, da bin ich wohl in einen Trollhaufen getreten
Nachdem ich ein paar mal das Land verlassen habe,
war es mal wieder Zeit Besuch zu bekommen. Dann gleich im Doppelpack. Erst war
Sue hier, ein langes Wochenende. Etwas verregnet, aber ein trotzdem schöner
Ausflug nach Geiranger. Das hätte ich vor fast 15 Jahre nicht erwartet, als ich
in
Neuseeland war und die Familie nach Deutschland eingeladen habe. Wir hatten
eine gute und intensive Zeit zusammen. Mit richtigem Touriprogramm. Eben
Geirganger, natürlich mit Minikreuzfahrt. Wenn die Fähre mit leisem Tuckern in
den schmalen Fjord fährt und den Nebel wie eine Wand durchbricht, hält wohl
jeder den Atem an. Ein Erlebnis, das ich nicht vergessen möchte. Schön, dass
ich es geteilt habe. Als Abschluss haben wir einen Ausflug auf den Sukkertoppen
gemacht. Nicht ganz der Mount, aber die Aussicht ist hervorragend. Kaum durch
die Wolke durch, war es nicht gerade sonnig, aber auf jeden Fall trocken und
wir konnten das Meer und die Inseln sehen. Der Abschied war fast schon
zuversichtlich – bis zum nächsten mal.
Nur ein paar Tage später landete der nächste
Flieger aus London. Dieses mal mit gemischter
Berliner/Wiener Fracht. Die
beiden sollten ein bisschen länger bleiben und Norwegen sogar im Sonnenschein
kennenlernen. Gleich am nächsten Morgen haben wir die Sachen gepackt und sind
zur Hütte gefahren. Ich hatte von der Aussicht auf der Terrasse geschwärmt und von
den Bergen ringsherum. Als wir ankamen, hielt die Aussicht sich eher bedeckt.
Und zwar von dicken grauen Wolken. Die Wolken waren dazu auch noch ein bisschen
inkontinent. Args. Unser erster Ausflug ist daher nur kurz, einmal durchs
Hüttenfeld und am Lift zurück. Wie üblich in der Hütte verbringen wir den Abend
spielend am Kamin. Das ist Urlaub.
01.09.2013
In der Speisekammer Sula
Ich wollte es doch auch mal ausprobieren, Pilze suchen. Also habe ich mir zuerst jemanden gesucht, der sich auskennt. Einen älteren Organisten aus Sula. Kauziger Typ mit jahrelanger Pilzsammlererfahrung. 
Gemeinsam haben wir uns an der Südseite des Sulafjell, zusammen mit abermillionen Zecken durch den Wald geschlagen. Hier und da stand ein Pilz, aber es war nicht das große Aha-Erlebnis. Etwas entmutigt - vielleicht war es zu trocken diesen Sommer?- gehen wir ein kleines Stück weiter. Und ah, da wächst ja ein Pfifferling. Und noch einer und noch einer und da ganz viele. Keine 10 Minuten später sind unsere Körbe voll mit Pfifferlingen. Stolz wie ein echter Pilzesammler kehre ich nach Hause zurück. Pfifferlinge mit Speck, Pfifferlingspizza, Pfifferlinge gebraten, Pfifferlinge im Salat... Leckerer kann eine Tour kaum sein.
Wow - ich bin stolz. Aber eine Beere reicht nicht für einen
Weihnachtsnachtisch. Wir stapfen weiter durch den Sumpf und nach und
nach füllensich unsere Tupperdosen. Beschwingt und glücklich treten wir den Heimweg an. Weihnachten kann kommen, der Nachtisch ist bereit.
07.08.2013
Wenn Wale prusten
Der norwegische Sommer ist in meinen Augen ganz schön. Vielleicht ein bisschen feucht, aber wenn es gerade mal trocken ist, dann ist es so schön, dass jeder Regentropfen vergessen ist. Im Juli war eine ganze Weile eher feuchtes Wetter. Kühl und ungemütlich draußen. Und dann ganz plötzlich waren die Wolken wie weggeblasen und die Sonne hatte ihren Platz am Himmel eingenommen. Warm und golden. Lange Tage mit langen Abenden. Meine Terrassen und der Balkon haben sich eine Wäsche und neuen Wasserschutz verdient. Etwas mühsam auf den Knien habe ich jeden einzelnen Balken erst mit der Bürste gestreichelt und dann mit dem Pinsel massiert. Zwischendurch schön abgeduscht und getrocknet. Letzteres ging rasend schnell in der Sonne. Zufrieden mit dem Ergebnis von 2 Tagen Arbeit, konnte ich mich draußen im Sessel zurücklehnen und den lauen Sommerabend genießen.
Das Genießen geht nicht nur zu Hause auf der heimischen Terrasse sondern auch bei Freunden. Zum Beispiel in der Hütte in Volda. Dieses mal nicht mitten in den Bergen, sondern direkt am Wasser. Da saßen wir gemütlich am Steg, haben die Füße in den Fjord hängen lassen und gewartet, dass die Makrelen kommen. Eine Weile lagen 3 ziemlich frische Makrelen auf einer Schieferplatte die wiederum über dem Lagerfeuer trohnte. Die Kartoffeln in der Glut drumherum. Das Feuer knistert ein bisschen, aber sonst ist kein Laut zu hören. Bis plötzlich jemand prustet. Ich war es nicht und Siri auch nicht. Außer uns ist keiner da. Aber das Prusten war ganz deutlich zu hören. Kollektive akustische Halluzination oder was? Noch mal - und dieses mal sehen wir auch wer da prustet. Mama Schweinswal mit ihren beiden Kindern. Hach... Ich muss wieder an Goethe denken. Augenblick verweile doch...
01.07.2013
Die Amerikaner
Als ich überlegt
habe, in den Urlaub in die USA zu fliegen, hatte ich starke Zweifel, ob ich
mich diesem Blödsinn aussetzen soll. Amerikaner, die sind doch alle
oberflächlich, arrogant, halten sich für was Besseres, haben keine Ahnung vom
Rest der Welt, fahren riesige Autos und trinken Cola und essen frittiertes
Essen mit künstlichen Geschmacksstoffen.
Nochwas? Ach ja, sie greifen immer unschuldige Länder an und foltern
politische Gefangene. Warum sollte ich also dahin fahren? Vielleicht behalten
die mich gleich da, wenn ich sagen: Israel und Palästina? Oder wenn ich laut
denke, dass McDonald gar nicht so gesund ist?
Was solls, ich
bin trotzdem ins Flugzeug gestiegen. Habe die gesamte volksverdummende Prozedur
mit Passkontrolle und Kreuzverhör in Kauf genommen. Liebe NSA, liebe CIA. Ich
finde Euch wirklich zum Knutschen komisch. Nachdem Ihr meine Passwörter
gespeichert habt, dürft Ihr jetzt auch speichern, dass ich NICHT zu den
Hauptverantwortlichen des Holocaust gehöre und ich nehme auch nicht an einer
terroristischen Versammlung teil – führt Ihr denn keine Liste über Eure
Mitglieder?
Aber wie sind die
Amerikaner eigentlich? Angekommen in Seattle, schienen sich meine Vorurteile zu
bestätigen. Übergewichtige Grenzbeamte, die alle nicht-US-Amerikaner für Idioten
halten begrüßen mich. OK, überlebt. Die Leute an der Uni sind nett, allerdings
auch nicht unbedingt Amerikaner… Wo ich auch hinkomme, sind dicke,
cola-trinkende Leute. Überall gibt es Erdnussbutter. Lecker, aber muss die
unbedingt in Brezeln drin sein? Bis Naemi mich drauf aufmerksam gemacht hat,
habe ich es gar nicht zur Kenntnis genommen, aber es gibt enorm viele
Hybridautos. Und ökologisches Essen in den Supermärkten. Vielleicht sind die Amerikaner doch ein
bisschen anders, als ich immer dachte?
Bei der Kajaktour
habe ich dann eine Reihe Amerikaner kennengelernt, die wirklich anders waren.
Zum einen waren es alles Freizeitsportler, weder extrem dick, noch extrem
sportlich. Halt so ganz normal. Eines Abends saßen wir am Lagerfeuer zusammen
und haben s’mores gegessen. Gegrillte Marshmallows in die ein Stück Schokolade
gesteckt wird (das schmilzt auch ein bisschen) und dann wird das Ding zwischen
zwei Cracker gelegt. Die heißen s’more, weil man unbedingt some more möchte.
Stimmt, die waren gut. Die Gruppe stellte fest, dass ich alles wichtige
amerikanische jetzt erlebt hätte. Ich habe s’mores gegessen und Pfannkuchen.
Ich habe Berge gesehen, Seattle und das Meer. In deren Augen könnte ich ein
richtiger Amerikaner werden. Wow, you have done everything tob e a real
American. Congratulations! No, wait. Invade an innocent country and kill the
civilians, THEN you are a real American.
Joa, so kann man es auch ausdrücken.
Gelernt habe ich
viel in diesem Urlaub. Besonders über „die Amerikaner“, die es natürlich
genauso wenig gibt, wie „die Deutschen“. Einige meiner Vorurteile haben sich
bestätigt, andere haben sich in Luft aufgelöst. Leider haben die bestätigten
Vorurteile nicht dazu beigetragen, dass ich meine Meinung über die USA wirklich
ändern konnte. Ich habe zwar nette Leute kennengelernt, die nicht regimetreu
sind, aber … Dauert ja noch ein Jahr, bis ich wieder in die USA fahren werde.
29.06.2013
Das Spiel mit dem Feuer
Die Zeit ist nur so an mir vorbei gerast und schon ist alles vorbei.
Nein, noch nicht ganz, der Mt St
Helens steht noch auf dem Programm. Trübe und
grau ist es, als wir losfahren. Der Berg hüllt sich, noch(?) in dicke Wolken.
Bald sind wir schon am ersten Besuchszentrum. Ein nett gemachtes Museum. Der
18.Mai 1981 war der Tag des großen Ausbruchs. Die Anwohner waren schon in den
Wochen zuvor aus der Umgebung evakuiert worden. Alle bis auf einen alten Mann,
der gerne in seinem Haus sterben wollte. Nachdem vieles, was vorhergesagt
wurde, nicht
eingetroffen war, durften die Leute stundenweise wieder zurück in
ihre Häuser. Außerdem war reichlich PR vor Ort, um alles zu filmen und zu
fotografieren. Ein paar kleine Erdbeben kündigten dann den Tag der Tage an.
Viele, viele Menschen haben zu gesehen, sowohl zu Hause am Fernseher, als auch
direkt vor Ort. Unnötig zu sagen, dass viele von denen den Ausbruch und den
damit verbundenen viel schlimmeren Erdrutsch und Flusstsunami, nicht überlebt
haben. Unendliche Steinmassen hat St Helen abrutschen lassen und die Umgebung
völlig ausradiert. Neue Flussbetten wurden geschaffen, Straßen
zerstört und
umso mehr Menschen obdachlos. Eine nationale Katastrophe (hierbei ist unnötig
zu erwähnen, dass die meisten Menschen, die bei dem Unglück gestorben sind, von
den amerikanischen Behörden in die evakuierten Gebiete gebeten worden sind…)
die die Welt erschüttert. Bis nach Seattle ist der feine Staub geflogen und hat
alles bedeckt. Jetzt ist der Staub nur noch auf Bildern und eben hier im Museum
zu sehen.
Weiter geht es
zum nächsten Aussichtspunkt. Hier stehen wir am Ende/Anfang der Explsoionszone.
Es sind noch mehrere Kilometer bis zum eigentlichen Berg und bis hierher war
alles, aber auch wirklich alles weg? Und das vor 30 Jahren. Beeindruckt und in
mir selbst kleiner werdend vor den Kräften der Natur stehe ich nun da. Die
Bäume um mich herum sind genau so alt wie ich. Sie sind angepflanzt worden und
stehen in akkuraten Reihen.
Wenn man sie anguckt, dann wirkt es wie ein
schlechtes 3D Bild. Lieber nicht genauer hingucken, mir wird schwindelig dabei.
Durch diese Landschaft, in der an einigen Stellen noch die alten Baumstämme zu
sehen sind, die wie Streichhölzer umgeknickt sind, fahren wir weiter bis zum
Besucherzentrum. Hier machen wir erst einen kleinen Spaziergang. Es wirkt, wie
auf einem anderen Planeten. Karge Landschaft, hier und da ein paar Blumen und
eine merkwürdige Form von Weite. Lange Zeit gehen wir schweigend nebeneinander
her. Gemeinsames Erleben, gemeinsames Schweigen, gemeinsame Vertrautheit. Bevor
das Besucherzentrum zu macht, nutzen wir die Möglichkeit einen Film über den
Berg zu sehen und ein bisschen im angeschlossenen Museum zu stöbern.
Den Abend
verbringen wir philosophierend in der warmen Sonne sitzend. Und ja, der Berg
ist aufgetaucht. Immer weiter haben die Wolken sich verzogen und immer mehr von
der schönen Helena war zu sehen. Bis zum Schluss der ganze Berg zu sehen
war. Ein würdiger Abschluss eines
wundervollen Urlaubs.
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