22.04.2007

Pellworm

Wie schön, dass ich angenehmes mit nützlichem verbinden kann! Blockpraktikum auf Pellworm. Pellworm kannte ich vorher nicht und somit war es eine willkommene Abwechlung mal auf die Insel zu fahren.
An der Fähre wurde ich vom einzigen Arzt auf Pellworm mit seinem NEF abgeholt. Nach einer Praxisführung (normales Sprechzimmer, Mini-OP-Notfallversorgungsraum, Vorsorgeraum, Gyn-Proktoraum, Röntgen-Sono-Zimmer) bekomme ich ein Fahrrad und den Tipp, die Insel zu erkunden. Ich bringe meine Sachen in mein Zimmer für diese Woche. Und dann geht's los. Bei strahlendem Sonnenschein und Windstille fahre ich immer am Deich entlang. Windpark, Vogelkoje, Alte Kirche, Leuchtturm, Abstecher zur Windmühle. Nach 2 Stunden bin ich wieder zurück und plumpse mehr oder weniger ins Bett.
So furchtbar anstrengend ist die Arbeit in der Praxis nicht. Die Sprechstunde dauert nicht länger als bis 12.00 Uhr und nachmittags ist auch nicht mehr so viel zu tun. Montag 2 Stündchen, Dienstag ein Heimbesuch, Mittwoch ein paar Hausbesuche und das wars.
Mittwoch habe ich meinen ersten (und vielleicht letzten) Einsatz mit dem Seenotrettungskreuzer. War das spannend! Eine Patientin mit einer TIA, die ich ans Festland begleiten sollte. Der Patientin ging es gut und ich hatte nichts zu tun, außer rumstehen ;-)
Donnerstag habe ich dann Pellworm den Rücken gekehrt, leider bei weniger gutem Wetter.
Insgesamt hatte ich eine spannende Zeit auf der Insel. Das wunderbare Wetter hat mir die Zeit unglaublich versüßt. Ob ich wieder nach Pellworm fahren will, weiß ich aber trotzdem nicht. So viel zu sehen gibt es nicht, Strand? Fehlanzeige und bei schlechtem Wetter ist das grün der Wiesen nicht so leuchtend, der Schafe nicht so kuschelig, der Raps nicht so gelb und das Lebensgefühl nicht so unbeschwert! Und bei Sonne... Einfach wunderschön!

09.04.2007

Die Reiserei geht weiter...

Kaum zurück, bin ich schon fast wieder auf dem Weg. Nächste Woche steht Pellworm an. Allgemeinmedizin Blockpraktikum... Mal sehen, wie das so wird. Pellworm kenne ich noch nicht, aber eigentlich sind diese Inselchen in der Nordsee doch ganz schön. Zumindest Amrum gefällt mir richtig gut. Föhr und Sylt sind auch nicht schlecht.
Im Frühjahr wird dann die Fernreise-Saison wieder eingeläutet. Dann geht es nach Frankfurt (schon mal gut, weil es der größte Flughafen Deutschlands ist und ich 10 Minuten brauche, um mein Gate zu finden ;-) )von dort weiter nach Miami. Da hab ich dann nur 4 Stunden. Ich hoffe, das reicht für die amerikanischen Sicherheitskontrollen *Augen verdreh*
Und dann: Auf nach Quito! Genau, Ecuador ist dran! Ich bin eingeladen von Fernando, einem Arzt auf der Frühchenstation. Ich darf mir sein Krankenhaus angucken! Und ein Stipendium gibt's auch noch. Was bin ich für ein Glückpilz!!!!
Im Juli bin ich dann für 10 Tage mal wieder hier in Deutschland und Kiel ;-)
Dann geht es "mal wieder" um die halbe Welt. Nach Australien und Neuseeland. Dank einiger Nachtdienste und hoffentlich vielen EKM-Praktika bin ich wieder in der Lage die Luftfahrt zu unterstützen.

26.03.2007

Tursti

Hier ganz in der Nähe gibt es einen Wanderweg. Zwischen zwei Häusern zeigt ein kleiner Holzwegweiser nach links und los geht's. Erstmal durch den Garten, an der Schaukel vorbei und immer bergauf. Der Boden ist matschig, aufgeweicht vom Schmelzwasser. Ich versuche möglichst den schlimmsten Pfützen auszuweichen. Meistens gelingt es, nur ein paar mal stecke ich bis zu den Knöcheln im weichen Waldboden. Es riecht nach Frühling! Vögel singen und zwei Spechte hämmern mit ihren Schnäbeln in die Bäume. Die Sonne verwöhnt erst meinen Rücken und auf dem weiteren Weg meine linke Seite.
Wow,
ist das warm geworden! Immer wieder blicke ich mich um und kann es nicht fassen. Es ist so schön hier. Große Felsbrocken liegen am Wegrand und bilden eine gerade zu märchenhafte Kulisse zusammen mit moosbewachsenen Bäumen und dem Gezwitscher der Vögel.

Immer weiter geht es bergauf, bis ich plötzlich vor einer Betonmauer stehe. Huch?! Hier? was soll das denn? Ein paar Meter weiter hat sich das dann geklärt. Hier verbirgt sich ein Stausee. Noch zugefroren liegt er dort. Da das Eis am Rand schon getaut ist, wage ich nicht die Eisfläche zu betreten. Ich habe schließlich keine Lust einzubrechen und dann hier oben, wo mich niemand suchen würde im Eis zu stecken. Ich laufe den Weg weiter. Es geht immer am See entlang. Mal ist der Weg ganz schmal und rutschig, dann wird er wieder breiter und entfernt sich vom See. Ich stapfe durch den Schnee, der hier noch liegt. Bis zu den Knien sinke ich ein und denke ans Umdrehen. Aber schon wird der Weg wieder anders. Ein weiterer Waldweg, der durch eine Hüttensiedlung führt. Hier könnte ich auch eine Sommer/Winter-Hütte haben. Vielleicht wohnen sogar Elche in der Nähe?
Irgendwann entschließe ich mich doch für den Rückweg. Das Panorama ist einzigartig schön! Von der Staumauer aus, habe ich ganz Kongsberg im Blick.
Nach 5 Stunden bin ich wieder in meinem Zimmerchen und freue mich, dass es so schön war.


22.03.2007

Knutefjell - hyggelig!

Nachdem hier unweigerlich der Frühling hereinbricht, bin ich am letzten Wochenende noch mal in den Winter gefahren. Ganz einfach, zweimal rechts, einmal links und dann aufpassen, denn es geht in einspurigen Haarnadelkurven, die zum Teil noch glatte oder schon matschige Straße hoch. Bis bei 730müNN die Straße aufhört und nach der Knutehytta die Einöde (aber sehr schöne Einöde) anfängt. Ausgerüstet mit Langrenn-Ski ging es dann los.
Immer der Løype nach. Leider hörte die ziemlich bald auf und ich musste eine Weile so durch die Gegend lang-rennen. Nur der Schnee war zu hart zum Hinfallen. Meine Lieblings-Bremsmethode war wenig einladend. Die Nasenbremse ist nur bei weichem Pulverschnee empfehlenswert, nicht aber bei angetautem und wieder eingefrorenem Altschnee. Also hab ich auf das Hinfallen verzichtet, was allerdings eine ganze Menge von dem Spaß genommen hat. Dafür hatte ich reichlich Zeit die Natur in allen Einzelheiten zu genießen. Zugefrorene Stauseen, deren Dämme alle eigene Namen haben. Einer weißt auf die Gabe Gottes Grube hin, ein anderer auf das Haus Sachsen. Das Eis der Seen glitzert in der Sonne und die Vögel singen. Es ist einfach herrlich. So einen blauen Himmel hab ich schon lange nicht mehr gesehen. Nach dem Skiausflug genieße ich eine frische Waffel in der Knutehytta. Und den herrlichen Ausblick über den glitzernden See vor der Hütte. Die Sonne strahlt und es riecht nach Kaminfeuer! Der Rückweg geht am Haus Sachsen vorbei. Alte Gebäude ragen aus dem Schnee, Schilder weisen auf gefährliche Grubenöffnungen hin. Die sind aber zum Glück alle gut abgesperrt. Hinter den Gebäuden ist nur noch nichts. Aber wunderbares nichts. Schneebedeckte Berge, grüne Tannen, blauer Himmel und lachende Sonne!

Ja, vi elsker dette landet!!!

11.03.2007

Oslo

Und mal wieder war ich in Oslo! Da das Wetter hier nicht so richtig mitspielt (Regen, Wind, Glatteis), bin ich mal wieder nach Oslo gefahren.
Mit der T-Bane dann nicht, wie erst geplant zum Holmenkollen. Erstens kostet es massig Eintritt den Biathlon zu sehen und zweitens hatte ich weder Fahne noch Schmincke dabei. Also mit der 3 zum Sognsvann. Ein kleiner See, noch relativ mitten in der Stadt. Überall wimmelt es von Langrennern. Nur ich hatte keine Skier dabei :-( Sollte ich wirklich in Oslo PJ machen, dann kauf ich mir Ski. So, jawohl! Aber um den See rumlaufen ist auch schön. Es war nur relativ glatt. Um
nicht zu sagen, seeehr glatt. Eine Schlittschuhbahn ohne Schnee drauf, dürfte ähnlich glatt sein.
Nach der See-Umrundu
ng meine Lieblingswaffeln. Mit brunost und syltetøy. *deilig*
Wieder in der Stadt kurzer Bummel durch die Karl-Johann-Gate zum Schloss. Weiter durch den Schloßgarten und dann zu Fuß nach Lysaker.
Wirklich ein schöner Tag!

28.02.2007

Schlittschuhlaufen mit Inga und Anni

Schlittschuhlaufen!!! Genau, auf einer total verschneiten Eisfläche. Anni, Inga und ich sind mit Schlittschuhen bewaffnet losgezogen und kaum 10 Minuten später waren wir da. Wir standen, etwas erstaunt vor einer weißen Fläche, die minimal an eine Schlittschuhbahn erinnerte. Schnell haben wir uns die Schlittschuhe angezogen und los ging es! Naja, los ging das 2cm gleiten und dann vom Schnee gestoppt werden :-) Nach ein paar Runden haben wir keine Lust mehr. So wie Schlittschuhlaufen fühlt sich das nicht an. Daher machen wir erstmal ne Runde Schneeengel, diese wird gefolgt von mehreren Schneeballschlachten. Hey, war das lustig. Es hat ein bisschen geschneit und langsam wurde es dunkel. Wir haben uns dann, leicht durchnässt, auf den Heimweg gemacht. Immer zwischen den Løiypen entlang. An einem Hügel beschließen Inga und ich, dass wir uns runterkugeln lassen wollen. Noch so eine lustige Sache. Ein paar Meter nur, die wir bergab kugeln reichen schon, um einen Drehwurm zu bekommen. Lachend stapfen wir durch den Schnee nach Hause. Nass und glücklich. Bei Inga zu Hause gibt es Tee und Kekse! Was für ein schöner Tag!











01.01.2007

Des Jahres letzte Reise

Eben diese letzte Reise im Jahr 2006 startete (mal wieder) am Flughafen Fuhlsbüttel. Es war der Abend des 30.12. Mein Kranich-Flug nach Zürich war zum Einsteigen bereit und schwupps schon ging es los.
In Zürich angekommen (der Flughafen ist auch nicht anders...) wurde ich vom Chraebel-Begrüssungskomitee unter Jubel empfangen. Das hat auch mal was, WEGfliegen und am Zielort von jemandem bekannten abgeholt werden :-)
Endlich sollte ich den Stadtrand von Zürich kennenlernen. Abendessen war schon fertig *lecker* und dann ging es los. Das war der Moment in dem ich gedacht habe: Astro-Kinder!!!! Die sind nachts wach und spielen. Hey, wie mir das gepasst hat! Endlich wieder spielen.
Am Silvestermorgen schlafen die kleinen Astrokinder bis Mittags. Na toll! Ich sitze in der Küche und lese.
Es ist mäßig kalt und wir fahren auf den
Uetliberg. Dort wandern wir den Planetenlehrpfad entlang. Ich bin ja etwas ungebildet, was diesen ganzen Sternkram angeht, aber die lieben Physiker klären mich nach und nach auf ;-)
Mit der Seilbahn wieder zurück in die Stadt und dann weiter zu Chraebel. Eigentlich fangen wir gleich an zu kochen. Käsefondue, mmmhhh! Um das alljährliche Dinner for One kann ich mich drücken. Ich finde es immer noch nicht lustig! Ich könnte jedesmal heulen, weil es soooo traurig ist!
Egal, das Essen war lecker und wir sind wieder unterwegs! Am See gucken wir Feuerwerk (ich hoffe, ich kann das nächste mal Silvester arbeiten!!!) und wieder zu Hause spielen wir noch eine Runde.
Am Neujahrsmorgen bin ich nicht die einzige, die früh auf ist. Ich wollte gaaaanz gemütlich meinen Tee trinken und nee, geht nicht. Ich bin gezwungen mich zu unterhalten.
Nach dem Frühstück geht's ans Aufräumen und Putzen. Da Chraebel auszieht, muss die Wohnung "besenrein" werden. Ich drücke mich wieder, mein Flieger wird nicht auf mich warten.
Der erste Fulg 2007 *freu*...
In Hamburg wird mir schlagartig klar, dass ich mindestens 6 Wochen warten muss, bis ich das nächste mal verreise...

05.12.2006

Damp 2006




Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein paar Mädels aus der weltbesten Fachschaft die Idee hatten, nach Damp zu fahren. Diese Fahrt war die erste und sie geschah zu der Zeit, zu der die es kalt und ungemütlich ist.
Da machten sich die 6 auf, an einem schönen kalten Abend, nach Damp zu fahren. Als sie (nach brückensperrtechnischen Umwegen) in Damp waren, kam die Zeit, dass es Abendessen geben sollte. Sie heizten den Backofen vor, deckten den Tisch und freuten sich über Rikes köstliche Lasagne. Denn sie hatten nichts, vorrüber sie sich beschweren konnten. In der Nacht sahen die FS-lerinnen viele weiße gekleidete Gestalten über die Flure des Seattle Grace Hospital flitzen.
In der selben Gegend ist das Aqua Tropicana, das am Sonnabnd besucht werden wollte. Bekleidet in Badesachen traten sie ins Wasser. Das Wasser der Wasserrutsche spritze um sie. Fürchten mussten sie sich nicht, denn es war herrlich warm. Nachdem das Wasservergnügen zu Ende war, die Mädels wieder abgetrocknet und warm angezogen sprachen sie untereinander: lasst und nun gehen und sehen, was neues im SGH passiert ist, was auf dem Laptop so zu sehen ist. Sie spazierten geruhsam am Strand entlang und zu Hause fanden sie alles: Lasagne, Brötchen, Schoki, Chips, Kekse, Obst, wie sie es sich gewünscht hatten.
Am nächsten Morgen folgte, nach langer GA-Nacht, ein ausgiebiges Frühstück, wiederum mit allen Köstlichkeiten die es so gibt.

26.11.2006

Wien - am Strand bei den Kängurus

Gut einen Monat in Deutschland schon packt mich wieder das Reisefieber. Dieses mal geht's nach Wien. Ich war ja schon sooo lange nicht mehr in Austria (ahh, Australia - nice beaches)
Am Freitag abend ging's los. Mit Air Berlin gen Süden. Meine Geografiekenntnisse waren wieder einmal so weit weg, dass ich sehr überrascht war, als der Pilot ankündigte, wir seien jetzt über Prag. Aha, Prag ist also näher als Wien...

Vom Flughafen bin ich dann mit der S-Bahn *bitte Hamburg beeil Dich mit der Flughafen S-Bahn* schnell in die Stadt gefahren. Da hat Nina auf mich gewartet und mir schon mal eine kleine nächtlich Stadtrundfahrt geboten.
Bei ihr zu Hause gab es dann den leckersten Apfelstrudel seit langem. Und mehr als 600 Fotos :-)
Ein paar Stunden später sind wir beide total fertig ins Bett gekippt. War ein langer Tag!
Am Samstag erstmal gemütliches Frühstück. Dann auf in die Stadt. Stephansdom, Naschmarkt, Uni, Rathaus und natürlich ein paar Weihnachtsmärkte.
Es ist leider nicht so richtig kalt. Aber kalt genug, um in Winterstimmung zu kommen. Und die Weihnachtsmärkte sind großartig! Auf dem Weihnachtsmarkt am Rathaus gibt es eine absolut niedliche Engelkapelle, die Weihnachtslieder spielt. Sehr großartig finde ich auch den Riesenadventskalender und den Fahrradshuttleservice zwischen den Weihnachtsmärkten.
Abends heißt es dann ab ins Theater! Wir sehen für unschlagbar günstige 2,50€ Rebecca. Ein Musical von dem ich noch nie gehört hatte, das ich aber wirklich sehenswert fand!
Nach dem Kultur-Event sind wir dann noch in ein Caféhaus gegangen. Herrlich...
Die Nacht war wieder recht kurz. Es gibt ja sooviel zu erzählen.
Am Sonntag morgen stand dann Frühstück im Weltcafé auf dem Plan. Ich habe sudanesisch gefrüstückt. Ganz anders, aber sehr lecker.
Am frühen Nachmittag, also nach dem Frühstück, sind wir in eine Chagallausstellung gegangen. Auch das war total schön. Ein Wochenende Kultur pur.
Abends war ich ein letztes mal (für dieses mal Wien) auf dem Weihnachtsmarkt. Am Schloss! Himmel, was für eine Stimmung. Alles dunkel, der Wegrand markiert mit Metallpyramiden, die von innen beleuchtet waren und das Licht in sternform nach aussen gestrahlt haben.
Die Stände kleine Holzhäuschen und ein paar Blechbläser, die Weihnachtslieder spielen.
Unendlich schön, leider auch unendlich voll...
Ach ja zwischen Chagall und Weihnachtsmarkt wollte ich nochmal zum Hundertwasserhaus. Ich fand dieses Konstrukt schon immer faszinierend. Überall Bäume, runde Ecken und Farben! es ist alles bunt und lädt zum Gucken ein. Auch die Häuser rundherum sind alle in irgendeiner Weise besonders.


Montag morgen hieß es dann: fix aufstehen, zum Flughafen fahren und ab ins graue Kiel....

11.10.2006

Stadt der Engel

Willkommen in Krung Thep Mahanakhon Amon Rattanakosin Mahinthara Ayuthaya Mahadilok Phop Noppharat Ratchathani Burirom Udomratchaniwet Mahasathan Amon Piman Awatan Sathit Sakkathattiya Witsanukam Prasit steht in großen Lettern am Flughafen. Ich bin also in Bangkok angekommen. Meine erste Befürchtung, es könne so heiß sein, wie in Dubai bestätigt sich nicht. So warm ist es zum Glück nicht. Aber warm genug. Ich mache mich auf zur Hostel. Ganz niedlich. Nur leider weiß keiner von mir. Und die Frau an der Rezeption spricht kein Englisch. Trotzdem bekomme ich ein Bett und ein Schließfach. Morgens treffe ich im Gemeinschaftsraum Mae, eine junge Thai, die sich langweilt und mir hellauf begeistert den Vorschlag macht, dass wir zusammen in die Stadt fahren und uns die Tempel und so angucken. Als erstes fahren wir zum Grand Palace. Dort gucken wir uns die Tempel an. Das ist wirklich beeindruckend. Ich hätte nie gedacht, dass mich ein asiatisches Land jemals so faszinieren würde. Ich kann mich gar nicht satt sehen an den Farben, Mosaiken und kunstvoll hergerichteten Tempeln. Überall läuft alles gleichzeitig. Die Mönche meditieren, die Kartenverkäufer verkaufen Karten, Touristen machen Fotos. Und keiner scheint den anderen zu stören. Der Palast ist riesig. Ein riesig großes Gelände mit vielen Tempeln und einem ehemaligen Königspalast. Derjenige, der dort gewohnt hat, muss ein richtiger Glückspilz gewesen sein. Denn der Blick aus dem Fenster ist der Hammer. Goldene Pagoden, glitzernde Mosaike und das alles mitten in der Stadt. Weiter geht’s zum Wat Po. Noch ein riesiger Tempelkomplex. Hier wird der Emeraldbuddha verehrt. Eine 15m lange goldene Buddhastatur liegt in einem der Tempel. Der Tempel mußte um den Buddha herum gebaut werden, weil die riesige Statue nicht bewegt werden konnte. Die Unterseite der Füße ist mit Perlmutt verziert. Wahnsinn. Das ganze ist gigantisch und absolut beeindruckend. Mir fehlen wirklich die Worte, um das alles zu beschreiben. In diesem Tempel kann man gegen eine Spende einen Topf mit Kleingeld kaufen und die Münzen in eine Reihe von Metallbecken werfen. Das Klimpern der Münzen ist weit hin zu hören. Weiter geht’s zu meinem Favoriten- Tempel. gar nicht so groß, aber sehr reich verziert und absolut bezaubernd ist der Tempel. Ein relativ kleiner (im Vergleich zu 15m) Buddha sitzt auf einem Podest. Alles glänzt und glitzert. Wieder sind Mönche dabei zu meditieren und die Opfergaben neu zu arrangieren. Und ich darf mitten drin sein. Ich bin richtig glücklich. Das ist der totale Hammer. So was habe ich noch nie erlebt. Eine ganze Zeit sitzen Mae und ich staunend da. Dann gehen wir, sehen uns noch das Museum an und nehmen ein Tuk-Tuk zum Parkplatz zurück. Mae will mit mir Essen gehen. Sie weiß auch wo. Okay, ich beschließe Ihr zu vertrauen. Ich hoffe nur, dass sie keine gemeinsame Sache mit dem Hostel macht und die in der Zeit meinen Schrank ausräumen. Das Restaurant, in das wir eigentlich wollten hat schon zu. Also fahren wir zu Anna’s Café. Anna, die Anna von The King and I. Mae bestellt und ich genieße. Das Essen ist köstlich. Suppe mit Shrimps, Tintenfisch (nicht so lecker), Prawncakes, Papayasalat und Reis dazu. Alles wird geteilt. Also es steht alles in der Mitte und jeder kann sich nehmen, wozu er Lust hat. Boa ist das toll. Und das krasseste: Mae hat mich eingeladen. So richtig teuer (europäisch gesehen) ist es zwar nicht, aber 800 Baht sind für Thailand schon sehr viel. Jetzt fahren wir ins Jim Thompson Haus. Jim Thompson war Amerikaner, der nach dem zweiten Weltkrieg den Seidenhandel und Thailand wieder aufgebaut hat. Das Haus ist thailändisch mit europäischem Touch. Interessant, weil es sehr schön hergerichtet ist. Im Shop kann man alles mögliche mit Seide kaufen. Leider relativ teuer. Mae bringt mich zu einem Spa, ganz in der Nähe von dem Hostel. Dann verabschiedet sie sich. Ich genieße meine erste Thaimassage und gehe herrlich entspannt Abendbrot essen. Nicht so lecker, wie das Mittagessen. Und besonders das Obst ist eklig. Es ist mit Salz und Chili gewürzt. Okay ich habe es probiert...






Am Sonntag will ich zum Wochenendmarkt in Chatuchak. Mit dem BTS komme ich problemlos dorthin. Ich bummel fasziniert durch die schummrigen Gänge. Der Markt soll der größte Flohmarkt der Welt sein. Das kann ich absolut gut nach vollziehen. Es ist riesig. Ich weiß gar nicht, wo ich zuerst hingucken soll. Seide, „original“ Markenkleidung, Rucksäcke, Schnitzereien, Schmuck, Obst, Bücher, Spielzeug, Pflanzen, Tieren, Tücher und eigentlich alles, was man sich vorstellen kann. Zwischendurch gönne ich mir eine frische Kokosnuss. Es schmeckt ganz anders, als alles Kokos bei uns. Aber ich habe aus einer Kokosnuss getrunken und das weiße Fleisch ausgelöffelt. Ich bin mehr als 4 Stunden über diesen Markt gelaufen, dann fahre ich wieder zurück in die Altstadt. Ich will einen der Stadtspaziergänge aus dem Reiseführer machen. Chinatown, Tempel und Little India. Mit dem Taxiboot fahre ich Richtung Chinatown. Einen kleinen Tempel gucke ich mir genauer an und laufe dann über den Markt. So anders als der Wochenendmarkt ist es nicht. Nur kleiner. Aber alles ist in chinesisch beschrieben. Wahnsinn: eine Stadt in der Stadt. Little India kann ich nicht wirklich sehen, weil es schon zu spät ist. Die Geschäfte sind schon zu. Ich komme an einem Tempel mit Krokodilen vorbei. Als Haustiere gehalten, aber in schrecklichen Käfigen. Schade! Aber der Tempel gefällt mir auch gut. Im Innenhof laufen Hühner und Tauben umher. Ein weiterer Tempel liegt auf meinem Weg. Ich beobachte voller Begeisterung einen Mönch, der den Gong schlägt. Mittlerweile ist es schon fünf Uhr nachmittags und ich mache mich langsam auf den Rückweg. Wieder mit dem Taxiboot zurück zum BTS. Am Siam Square steige ich aus und laufe einmal durch die riesigen Malls. Alles ist mit Glas und großartigem Design versehen. Der Kontrast ist einmalig: Tempel neben Glasshopingcenter.






Morgens um halb sechs stehe ich auf, damit ich rechtzeitig loskomme. Ich will nämlich zum schwimmenden Markt. Ich nehme den öffentlichen Bus zum Busbahnhof. Es regnet und es ist wahnsinnig heiß. Am Busbahnhof werde ich sofort in den Bus gesetzt, der mich zum Markt fährt. Als wir da sind, werde ich sofort von Neppern gefischt. Ich kann mich allerdings befreien. 300 Baht für eine Stunde über den Markt fahren. Nein danke. Ich gehe weiter und finde eine Möglichkeit, für 150 Baht über den Markt zu schippern. Von dem eigentlichen Markt bin ich etwas enttäuscht. Ich glaube, es ist mehr Touri-Scheiß. Trotzdem bewundere ich die Marktfrauen, die hier in kleinen Booten ihre Ware feil bieten. Ich will nichts kaufen, was die meisten wieder nicht verstehen können. Ich frühstücke herrliches Obst und frage dann an der TI, wie ich zur Brücke am Kwai komme. Die beiden Männer verstehen wenig bis kein Englisch, aber irgendwie bekommen wir das hin. Ich habe einen Zettel mit der Beschreibung. Sie haben mir auf Thai aufgeschrieben, welche Busse ich nehmen muss und wie der Ort heißt. Alles klappt wunderbar und ich bin glücklich das touristische Thailand für einige Zeit hinter mir lassen zu können. Hier erlebe ich meinen ersten wirklichen Tropenregen. Innerhalb kürzester Zeit steht sie Straße bestimmt einen halben Meter tief unter Wasser. Den Bus stört das nicht. Aber ein paar Autos müssen anhalten, weil sie scheinbar nicht weiterkommen. Nach circa 3 Stunden sind wir in Kanchanaburi. Von hier nehme ich ein Tuk-Tuk. Der Fahrer bringt mich zur Brücke. Wieder regnet es. Da die Busfahrt viel länger gedauert hat, als ich vermutet hatte (und mir die beiden von der TI gesagt hatten) kann ich nicht mehr ins Museum gehen. Das muss dann bis zum nächsten mal warten. Die Brücke ist wenig spannend. Eine ganz normale Brücke eben. Die genaue Geschichte muss ich noch mal nachlesen... Auf dem Rückweg muss der Tuk-Tuk-Fahrer tanken. Ein wenig Benzin spritzt über meine Hose. Ich bin nicht so richtig glücklich, als der Fahrer sich dann eine Zigarette anzündet. Im Bus zurück nach Bangkok ist es wieder richtig kalt. Logischerweise stehen wir eine ganze Zeit im Stau.



Nach diesem wunderbar ereignisreichen Tag lasse ich mich mit dem Taxi (es gibt noch keine Öffis zum neuen Flughafen...) zum Flughafen bringen. Der ist so neu, dass er noch gar nicht fertig ist. Überall wird gebaut und geschraubt und gehämmert und geklebt. Der Flug ist bescheiden. Neben mir sitzt ein schnarchender Mann, der besser zwei Sitze hätte buchen sollen, dann hätte es besser gepasst.
Kurzer Stopp in Dubai - nix passiert, aber beim Starten kann ich wunderbar sehen, wie Dubai von oben aussieht.
Dann irgendwann, nachunglaublich vielen Stunden Wachsein, bin ich in Hamburg angekommen.
Eines steht jetzt schon fest: Ich werde weiterreisen!!!