31.03.2009

Den Schneesturm ueberlebt


Erst die Hitze im weniger gebirgigen Indien, dann der Schneesturm im Himalaya... So verrückt ist Indien. Oder besser so anders ist es. Ich bin ja mit dem Jeep nach Uttarkashi gefahren und von dort aus weiter nach Gangotri. Uttarkashi war schon alleine eine Reise wert. Der Geldautomat musste nämlich mit Geld befüllt werden. Also kamen 2 Männer mit einer alten Sporttasche, liessen den Rolladen runter vor dem Automatenhäuschen runter und hantierten etwa eine Stunde rum. In der Zwischenzeit hatte sich eine Schlange von mehr als 20 Menschen gebildet. Geduldig haben wir gewartet, während immer mehr Inder sich vorgedrängelt haben. Als wir endlich dran waren, wollten alle helfen und waren etwas enttäuscht dass ich meine PIN nicht einfach so mitteilen wollte... Naja ich habe Geld bekommen und konnte so den Sherpa bezahlen, der uns auf der Wanderung zur Gangesquelle begleiten sollte. Um dorthin zu kommen ging es erstmal 4 Stunden oder 100km in die Berge hinauf. Die Welt schien verwandelt. Keine drückende Hitze mehr, klare Luft und die schneebedeckten Gipfel des Himalaya. Geschlafen habe ich erstmal seit Tagen wieder unter einer Decke. Nein, unter mehreren Decken. Es war tatsächlich kalt! Und Strom gab es wieder nur aus dem Dieselgenerator...
Am nächsten Morgen ging die Wanderung los. Plastiktütenzählen und Flaschenkontrolle am Eingang des Nationalparks... Und Gebühren zahlen, für Inder mal wieder deutlich weniger als für Ausländer... Ok, ich muss es hinnehmen.
Dann der Blick auf die Berge. Ich kann Reinhold Messmer und Sir Edmund Hillary verstehen, warum es sie immer wieder hier her gezogen hat. Es ist einfach der helle Wahnsinn. Schon das Wort Himalaya birgt eine Faszination an sich. Ich habe mich immer wieder gekniffen, um sicher zu sein, dass ich wach bin un dass es kein Traum ist.
Die Wanderung von Gangotri nach Bhojbasa ist nur 45 km lang, aber durch den staendigen Anstieg von 2100 m auf 3790m über NN recht anstrengend. Immer etwas oberhalb des Ganges verlief der Wanderweg, hin und wieder ging es runter, wenn wir einen der weiteren Quellfluesse auf einfachen Brücken überqueren mussten. Schön war es bis ca 2km vor Bhojbasa. Da fing es dann an zu schneien. Dafür war ich nicht ausgerüstet. Regen ja, aber Schnee???? Hier in Indien???
Vollkommen erschöpfft sind wir in der Berghütte der indischen Regierung angekommen. Dort haben wir mit Mühe Betten im Schlafsaal ergattern können (ihr könnt doch auch ins Zelt...) und ein spartanisches Mahl aus Linsen und Reis zu uns genommen. Und dann? Tja, ins Bett. Die offene Huette bot kaum Schutz vor dem eisigen Wind. Übrigens sind wir nicht leichtfertig einfach so losgelaufen. Wir haben vorher sehr genau die Menschen im Ort nach den Bedingungen befragt und die Wetterkarte studiert. Und trotzdem kam der Schneesturm...
Also lagen wir um 15 Uhr frierend im Bett und haben auf den Abend gewartet. Der kam und mit ihm die Nacht. Dass indischen Betten grundsätzlich eine Holzplatte mit Stoff bespannt sind, hat die mehr als 16 Stunden währende Nacht nicht bequemer gemacht.
Am ersten schneefreien Morgen war es nach wie vor noch eiskalt. Aber die Wolken waren weg und die Sonne ging hinter den Bergen auf. 7000m imposante Herrlichkeit erstrahlten im rotgoldenen Sonnenlicht. Der Schöpfer dieser Szene hat sich wieder einmal besonders viel Mühe gegeben. Dankbar und erfüllt von diesem Anblick laufen wir weiter zur Quelle, später wieder zurück. Der Weg ist vereist und ich habe dummerweise meine Steigeisen und Eispickel vergessen...
Auch der Rückweg nach Gangotri ist einmalig schön. Unberührt und unendlich schön. Ich hoffe, dass Bilder, die ich im Kopf gespeichert habe, ein Leben lang so lebendig bleiben, wie sie jetzt sind. Es war einfach zu schön!

11.03.2009

Himalaya, eindeutig hellblau


Die Hitze im Tal ist nicht zu ertragen, also musste ich weiter richtung Norden, also Himalaya fliehen. Eigentlich sollte ein Shared Jeep morgens um 3 (!!!!!!) vor dem Hostel warten. Als um viertel vor vier dann ein Motorrad ankam, war ich schon froh. Dass wir vor 6.30 nicht losgekommen sind, ist halt Indien. Jetzt bin ich in einem Ort, der sich Utarkashi nennt und schon auf 1150m ueber dem Meer liegt. Immerhin das Klima hat sich einbisschen veraendert. Heute nacht waren es angenehme 27 Grad. Sollte der Geldautomat irgendwann wieder funktionieren, werde ich hier auch wieder wegkommen. Und zwar weiter Richtung Norden. Mein Ziel ist nach wie vor die Quelle des Ganges. Eine Erlaubnis zum Betreten des Nationalparks ist schon beantragt. Von hier sind es auch nur noch 100km (Strecke, nicht Luftlinie) nach Gangotri,dem Ort in dem die Wanderung startet. Werden wohl ca 6 Stunden Autofahrt werden... Mmmh, was gibt es noch zu erzaehlen? Die Inder sind anders, als ich erwartet haette. Hier bin ich noch fast gar nichtangesprochen worden. Auch Bettler habe ich hier im Ort noch gar nicht gesehen. Tiere werden mit viel Repekt behandelt. Auch die ubiquitaer vorhandenen Strassenhunde sehen eigentlich ganz in Ordnung aus. Katzen habe ich noch gar keine gesehen. Vielleicht gibt es keine indischen Katzen. Mal abgesehen von den Tigern, die ich auch noch nicht gesehen habe. Die Landschaft ist schwer zu beschreiben. Mal habe ich gedacht, ich sei in Spanien, mal in Aethiopien, mal auf einem anderen Planeten. Es ist weder gruen noch braun. Irgendwas dazwischen. Also gruene Baume neben braunen Baeumen. Und dann ein paar Huetten oder eine Zeltsiedlung. Dann wieder gar nichts und der Ganges. Die Wolken haengen tief und es ist immer diesig. Hoffentlich aendert sich das noch. Ich wuerde ja schon gerne mal einen Gipfel erkennen

08.03.2009

Rishikesh am Ufer des Ganges

Nach einem weiteren heissen Tag in Delhi ging es fuer mich weiter in den Norden. Die Zugfahrt Blocksatzwar seeeehr angenehm. Klimaanlage und ein bequemer Sitz sind doch was wert. Ich revidiere meine Meinung ueber das, was die Deutsche Bahn von der Indischen lernen sollte. Die Preise der indischen Bahn sind definitv angepasster. Fuer die 6-stuendige Fahrt nach Haridwar habe ich ca 3,50 Euro bezahlt. Essen im Zug (Railway-Catering) ist ebenfalls erschwinglich mit 16 Rupien fuer eine Portion Nudeln. In Haridwar angekommen habe ich netten Menschen gefunden, die mich mit dem Taxi mit nach Rishikesh genommen haben. Statt der staubigen 47 Grad in Delhi erwarten mich hier etwas frischere 43 Grad. Es ist also weiterhin heiss!!! Das Guesthouse liegt direkt am Ganges. Vom Zimmer aus kann ich einen der Ghats, ein Badestelle sehen. Von Frueh bis Spaet baden sich dirt Hindus. Der ganze Fluss muss voller Suenden sein, wenn es stimmt, dass man sich von seinen Seunden reinigen kann in diesem Fluss... Kuehe stehen herum und kauen auf allem, was sie ins Maul bekommen, Kinder flitzen umher und alle anderen laufen ebenfalls geschaeftig von A nach B. ICh mache Yoga-Erfahrungen und erste KOntakte zu Ayurveda-Medizin. Eine kleine Wanderung zum Wasserfall gehoert hier ebenfalls zum Programm. Erwaehnenswert sind noch die Affen, die dort in den Baeumen haengen und uns oder sich selbst ankreischen. Der Weg soll mich weiter nach Norden fuehren, in der Hoffnung, dass es dort ein wenig kuehler wird...








20.02.2009

Die neuen 7 Weltwunder oder das Taj Mahal und ich


Das Tja Mahal gehoert doch dazu, oder???
Am Mittwoch klingelte mein Wekcer also recht frueh, damit ich den Zug um 6.15 nehmen konnte. Und, oh Wunder, um 5.45 Uhr fuhr der Zug ein. Draussen am Wagen waren Zettel angebracht mit Namen, Sitzpatznummer und Essenswunsch. Drinnen war es angenehm, Klimaanlage halt. Es gab fuer jeden eine Rose, ein paar Zeitungen und dann ein mehrgaengiges Fruehstueck. Vielleicht sollte die Bahn mal ueber so einen Service nachdenken? Das ist aber auch das EINZIGE, was die deutsche Bahn von der indischen lernen darf.
Gute 2 Stunden und 10 Grad spaeter hielt der Zug in Agra. Agra ist eine nicht sehr schoene und eigentlich auch nur wegen ihrer Monumente bekannte Stadt,
suedlich von Delhi. Das bekannteste Bauwerk dort ist das Taj Mahal. Eben dieses hatte ich vor zu bestaunen. In Agra lauern, wie ueberall auf der Welt, potentielle Guides und Touristenabschlepper. Zusammen mit Erika aus der Schweiz habe ich mir einen der offiziellen Guides gemietet. Im Auto ging es dann zum Taj Mahal. Es war zum Glueck erst kurz nach halb neun, die grossen Touristenmengen waren lagen vermutlich noch in den kuehlen Hotelbetten. Eigentlich wollte ich ja 2 Tage in Agra bleiben und zu Sonnenaufgang zum Taj Mahal gucken, aber die Oeffnungszeiten haben mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. Vor 8.00 Uhr, kein Einlass. 750 Rupien aermer (im Vergleich, mein Hotel - Einzelzimmer mit Bad, Internet und Fruehstueck kostet 400 Rupien pro Nacht) ging es vorbei an Souvenirverkauefern, Fotografen und Richtung Haupttor. Oh, hatte ich schon gesagt, dass Inder 10 Rupien Eintritt bezahlen? Und ich bin sicher, dass die Inder mit der Rolex am dicken Arm und dem BMW unterm Hintern nicht so viel aermer sind als ich...
Ok egal, am Haupttor dann der erste Blick. Weiss schimmernd, vielleicht ein bisschen blaustichig? Davor ein paar Wasserpfuetzen, die wohl mal ein prachtvoller Springbrunnen werden sollten und symmetrische Gaerten. Die 4 Tuerme des Taj Mahal neigen sich leicht zur Seite, damit sie, wenn sie einstuerzen nicht auf das Haupthaus fallen. Was der Architekt (der uebrigens nach der Vollendung seines Werkes nicht wieder zurueck nach Hause durfte, sondern in Indien festgehalten wurde!) alles bedacht hat - Wahnsinn! Es gibt Klimaanlagen, also welche die ohne Strom funktionieren und tatsaechlich einen Luftzug in den Bau bringen. Die Refielfs (oder halt das was draussen eingemeisselt ist) haben alle Symbolcharakter und sind natuerlich handgefertigt. Edelsteine und Perlmutt von ueberall auf der Welt sind mit in die Wande eingearbeitet... Und alles nur weil Frau Mumm Taj kurz vor ihrem Tod zu ihrem Mann gesagt hat, dass sie 3 Wuensche hat 1. er darf nicht wieder heiraten 2. Er solle sich um die Kinder kuemmern und 3. er solle ihr ein Denkmal bauen. Nun denn... Es ist ihm wohl gelungen. Und huebsch ist es alle mal. Innen drin ist allerdings nicht viel zu sehen. 2 Saerge, natuerlich aus Marmor, das wars. Der Garten ist nach persichem Muster angelegt (ich haette jetzt getippt franzoesich...) und absolut symmetrisch. Rechts und links des Taj stehen eine Moschee und ein Gaestehaus fuer wichtige Geaste. Um genau zu sein, ziemlich schoen!
Eigentlich waere ich nach diesem Taj Ausflug schon reif fuer die Badewanne gewesen, aber es ging weiter. Das Agra Fort (den Besuch in der Marmorschleiferei lasse ich aus, weil ich mich nicht noch mal aergern will) stand auf dem Programm. Ein riesiges Gelaende in dem Mumm Tajs Mann mit seinen erst 3, dann 2 Frauen gelebt hat, sein Ururur-Grossvater hatte mit der Tradition dort zu wohnen angefangen. Jeder hat was veraendert und so ist aus dem ehemaligen kleinen Palast fast schon eine kleine Stadt geworden. Der Palast aud rotem Sandstein ist umgeben von kleineeren Palaesten, Gerichts- und Regierungspalaesten, Veranstaltungszentren und Wohnhauesern. Mensche wohnen hier nicht mehr, nur noch kleine Affen und Streifenhoernchen. Zu putzig, diese Tierchen!
Die Wanderung durch das 2 Quadratmeilen grosse Gelaende bei inzwischen deutlich ueber 40 Grad hat mich wirklich geschafft. Wir haben eine Mittagspause gemacht ud was passiert? Stromausfall, kein Ventiolator geht mehr. Supi! Zum Glueck konnte der Dieselgenerator nach 10 Minuten aushelfen und fuer frischen Wind sorgen.
Am Nachmittag ging es dann weiter zum Baby-Taj (ein kleines Gebaude aus dem gleichen Marmor, wie das Taj Mahal) und zu einem Garten, in dem der Mann von Mumm-Taj eigentlich ein eigenes Taj Mahal fuer sich bauen wollte. Aber in schwarz. Durfte er nicht, die Reste der Baustelle sind noch vorhanden und was das ganze so schoen macht, der Garten ist direkt gegenueber, also auf der anderen Flussseite des Taj Mahal. Von hier aus ist der Blick eben nicht durch Tonnen von Touristen versperrt.
Der Guide zeigt uns zum Abschluss noch ein paar Gebauede aus der britischen Kolonialzeit und einen Abzock, aeehhh, Souvenirladen. Immerhin war das Klo in diesem Laden sauber... Und schwupps warenwir wieder am Bahnhof, haben gewartet und gewartet. Um 17.55 sollte der Zug kommen. Es wurde 18.00 Uhr, 18.30 Uhr, 18.45 Uhr, 19.00 Uhr, 19.15 Uhr... Es kam mal ein Zug, aber nicht der nach Delhi. Kinder spielen derweil auf den Gleisen fangen, Ratten ziehen das in ihre Hoehlen, was Menschen uebrig lassen, Hunde doesen in der Hitze, Maenner spucken ihre Betelnuesse aus, Verkauefer laufen mit ihren Wagen umher und bieten ihre Ware feil und ich stehe dazwischen und schwitze.
Als der Zug endlich, um 19.50 ankommt, bin ich erleichtert. Zwar ist der Wagen nicht klimatisiert und der Fahrtwind, der durch die vergitterten Fenster reinweht erinnert mich mehr an Umluft beim Backofen als an eine kuehlende Brise. Um 23 Uhr kommt Delhi in Sicht. Dass ich selten so gerne geduscht habe, wie an dem Abend, brauche ich nicht extra zu erwaehnen, oder?
Naechstes Ziel ist Rishikesh, mal sehen was mich da erwartet!

04.02.2009

Im Schnellkochtopf besser bekannt als Delhi

Ich bin da! Angekommen und so gut wie weggeschwommen... Es ist, nun ja, warm. Aber von vorne. In Muenchen ging es mit einem Flugzeug los, das nur zu einem Viertel besetzt war. Ich hatte also viel Platz und konnte mich gemuetlich austrekcne, waehrend ich mir auf meinem Videoschirm einen Film aussuchen konnte. Dank Rueckenwind eine halbe Stunde vor der geplanten Ankunftszeit in Delhi war es schon warm. 28 Grad und das morgens um 6.30 Uhr. Mein Visum scheint ok zu sein, ich bin durch die Paskontrolle gekommen, habe schnell meinen Rucksack gefunden und dann draussen noch schneller denjenigen, der das Schild mit meinem Namen drauf in der Hand hielt. Ein ATM war auch am Flughafen. Dort habe ich das erste mal Rupien in die Hand bekommen. Auf der Fahrt zum Hostel habe ich keine einzige Kuh gesehen. War schon etwas enttaeuscht, dass es viele doch keine Kuehe hier geben wuerde. Immerhin das hat sich schnell geaendert... Am Hostel angekommen, mittlerweile waren es gefuehlte 35 Grad um 8 Uhr, war mein Zimmer schon fertig und ich auch. Ich habe mehrere kleine Spaziergaenge durch die Gegend gemacht, aber Staub, Menschen und Hitze sind in unglaublichen Mengen vorhanden. Oeffentliche Toiletten gibt es zu Hauf, jede Hausecke ist eine. Nachmittags kreuzte dann endlich die erste Kuh meinen Weg. Es gibt sie also doch, Kuehe in Indien. Ein bisschen aufpassen muss sogar ich, wenn ich durch die Gassen gehe, die Stromleitungen haengen ein wenig tiefer als ich es gewohnt bin.
Ich habe es, trotz Stroleitungen, Kuehen, Menschen, Rikshas, Motor-Rikshas, Autos, Taxis, Bussen, Fahrradfahrern, Kindern, Hunden und Lastentraegern trotzdem geschafft mich zum Bahnhof vorzukaempfen. Die 500m sind schon eine Herausforderung. Am Bahnhof wollten mir mehrere Menschen weiss machen, dass das Ticketoffice geschlossen ist. Ich koennte aber in einem andrern Reisebuero buchen. Nee ist klar, und da zahle ich dann das doppelte, nur damit der Besitzer des Reisebueros sich bald einen 3. Mercedes kaufen kann? Mit ein bisschen Ingnoranz, boesen Blicken und tauben Ohren bin ich tatsaechlich bis zum Ticket Office gelangt. Der Mensch, der an dem Schreibtisch sas, ueber dem ein Schild mit grossen Buchstaben fragt: May I help you?, konnte sich scheinbar keinen Reim darauf machen, was das wohl zu bedueten haetten...
Dabei haette ich durchaus ein bisschen Hilfe brauchen koennen. Zuege in Indien werden naemlih nicht nach Ankunftsort aufgefuehrt, sondern nach Zugnummer. Aehnliche Nummer heisst noch lange nicht aehnliche Richtung... Irgendwie hat es doch alles geklappt. Ich war um 2 Tickets reicher und um einige Hundert Rupien aermer. Zwischendurch habe ich noch eine Schweizerin aus den Faengen der Schleperbande gerettet. Naja, zumindest habe ich ih gesagt, dass ich erst glaube, dass das Ticketbuero geschlossen ist, wenn ich die Tuer nicht aufmachen kann... Ende vom Lied war, dass wir gemeinsam einen Zug nach Agra gebucht haben und dann auch gemeinsam gefahren sind.
Nach dem ersten erfolgreichen Tag, bin ich wie ein Stein ins Bett gefallen und nur von Zeit zu Zeit aufgewacht, wenn die untere Seite zu nass war. Dass es nachts nicht kaelter wird als 28 Grad ist ja nichts neues. Delhi versinkt uebrigens in unter einer Smogglocke, die jeglicher Beschreibung spottet. Jedes Westeuropaeische Land haette ein Fahr- und Atemverbot fuer die naechste 3 Monate verhaengt, Luftfilter in Computer, Fernseher und Kuehlschranke eingebaut und das Verbrennen von Reifen untersagt. Hier laufen fleissig die Automotoren und die Kuhfladenindustrie boomt. Nur Klimaanlagen sind Mangeware.
Hatte ich schon erwaehnt, dass es warm ist? Die Wettervorhersage gibt Temperaturen von 46 und 47 Grad an. Wenn ich jetzt schon, nach 48 Stunden in Indien, eine Zwischenbilanz ziehen sollte, dann wuerde sie etwa so lauten:
*Es ist warm, nein, es ist heiss!
*Staub ist gut, aber zuviel brennt in den Augen,
*dicke Inder gibt es mehr als ich erwartet haette (bei Frauen sieht das im Sari bloed aus, wenn die Spreckrollen rausquellen)
*Kuehe laufen wirklich draussen rum und werden gefuettert und verhaetschelt,
*es wirkt auf mich so, als wuerde Wertschaetzung der Umwelt gegenueber eher im Kleindegruckten und ganz hinten erscheinen (Muell wird einfach so weggeworfen),
*Wasser, egal welche Temperatur es hat, ist erfrischend,
*auch mit 5 Litern Wasser intus erhoet sich die Urinmenge nicht sonderlich
* und wenn ich gross bin, kaufe ich mir eine Klimaanlage fuer die Tasche zum mitnehmen!

01.02.2009

Jetzt!


Jetzt geht es richtig los. Ich bin aufgeregt, habe das Gefühl alles wichtige vergessen zu haben und freue mich riesig auf die kommenden Monate!
Den Flug nach München habe ich schon hinter mich gebracht. War nicht sonderlich aufregend. Gleich geht es weiter Richtung Indien. Der Flug wird hoffentlich ähnlich ereignislos, nur das Ankommen wird sicher ein bisschen anders werden. Ich bin gespannt, ob ich den Menschen mit dem Schild, das meinen Namen trägt, finden werde und ob mich die Hitze erschlägt.
Ein letzter Gruß aus Mitteleuropa, bevor es dann ins asiatische Abenteuerland geht!

26.01.2009

Die Welt ruft

Noch 6 Tage, dann ist es wieder soweit. Die Reise geht weiter. Das wichtigste ist vorbereitet. Alle Visa da, das Ticket da, die Impfungen komplett. Der Rucksack ist bereit gepackt zu werden und meine Vorfreude vermischt sich mit Aufregung. Wird alles gut klappen? Indien, was erwartet mich? Werde ich nette Menschen treffen? Werde ich mit dem Wetter klar kommen? Zur Zeit ist meine Planung erstmal 2 Tage in Delhi zu bleiben, die Stadt zu erkunden und mich daran zu gewöhnen wieder auffällig zu sein. Und ein bisschen auch auszutesten, wie ich mich mit dem Wetter anfreunden kann. Warm soll es sein. Und feucht. Dann will ich Richtung Norden fahren, nach Rishikesh. Dort in der Nähe ist die Quelle des Ganges.
Weiter als bis nach Indien habe ich noch gar nicht gedacht. Das lasse ich im Detail dann auf mich zukommen. Vielleicht ist auch das Planen gar nicht so sinnvoll, weil sich ja doch immer wieder viel ändert.

Jean Paul hat es treffend zusammengefasst:



Reisen ist leben, wie Leben Reisen ist!

19.01.2009

Oslo, weil ich doch nicht ohne kann...

Wieder einmal hat es mich in diesem Winter nach Oslo verschlagen. Ich wollte endlich den offiziellen Beweis haben, dass sich mein norwegisch lernen gelohnt hat. Dieses Attest ist nur bedingt leicht zu erhalten. Während man scheinbar jedes beliebige Sprachzertifikat bei der jeweiligen Botschaft ablegen kann, verlangen die Norweger, dass dieses vor Ort in Norwegen passiert. Über die Kosten möchte ich lieber nicht reden, ich mache nämlich gerade 7-Wochen-Ohne Fluchen...
Auftakt 1 zur schriftlichen Norwegischprüfung. Abends spät am Flughafen ist draußen noch die eine oder andere Schneeflocke zu erspähen. Leider änder sich das schon bald, als ich der Stadt näher komme. Grauer Schneematsch und Schneeregen begrüßen mich. Zusammen mit dem scheinbar noch gefrorenen Boden gibt das eine ziemlich rutschige Angelegenheit. Am nächsten Morgen verlasse ich früh das Haus, um zum Testort zu gelangen. So früh sind noch wenige Menschen unterwegs und Straßenbahnen eben auch nicht. Durch den Spaziergang aufgewärmt komme ich an und stelle fest, dass in der Schule schon reges Treiben herrscht. Schnell habe ich auch meinen Raum gefunden und sitze schreibend und lauschend dort. Knappe sieben Stunden später befinde ich mich auf dem Rückweg in die Stadt. Ein paar Abstecher zu Buchgeschäften und in die Nationalgallerie und schon sitze ich wieder zu Hause und lese mein neuerworbenes Buch. Meine Begeisterung für diesen Tag hält sich in Grenzen. Gefühlt ist mein Aufsatz nur einer knappen Ktastrophe entgangen. Mal sehen, was die Korrektoren in den kommen 6 Wochen zu meinen Auslegungen über Tourismus zu sagen haben. Nach diesem wirklich viel zu kurzen Besuch in meiner Lieblingshauptstadt geht es wieder gen Süden, Regen und Schmuddelwetter begleiten mich bis nach Kiel.

09.01.2009

Berlin und eine Premiere

Auf Yorick's spontane Frage: Kommst du mit nach Paris?, konnte ich nur ja sagen. Nun der Titel klingt nicht direkt nach Paris. Das hat auch einen Grund: wir waren gar nicht in Paris... Genauso spontan wie die Parisidee geboren wurde, ist sie auch wieder gestorben. Stattdessen wurde die Berlinidee geboren. Und die ist nicht gestorben, sondern bis zum letzten durchgezogen. Geplant, getan! Treffen war am letzten Freitag im Januar um kurz vor 14 Uhr am Hauptbahnhof. Ich war NICHT Schuld am folgenden Unglück! Unser Zug sollte um 14.11 Uhr fahren, was weder Yorick noch ich wirklich wussten. Eingestiegen sind wir in den Zug um 14.06 Uhr. An bequemes Sitzen war nicht zu denken. Nun gut, 2 Stunden auf dem Fußboden eines ICE habe ich auch schon lange nicht mehr mitgemacht. Immerhin sind wir in Berlin angekommen. Und haben sogar zum Hotel gefunden. Die Einrichtung war eher speziell und für die, die es mögen. Aber einfach nicht jedermanns Sache. Ich würde mir keinen rot-orange-lila-braun-getreiften Teppich in die Wohnung kleben. Und ich hätte in jeden Raum Licht. Kurz ausgepackt und wieder los, zum Kuh'damm. Yorick hat eingekauft und war begeistert von der Tasache, dass es H&M und Esprit in Berlin gibt. Ja sogar ein Karstadt haben wir gefunden ;-) Zum Abendessen sind wir in den urtümlichsten Italiener von ganz Berlin gegangen. In der Uhlandstraße, Pizzeria Taormina. Ein wahrliches Erlebnis und das nicht nur auf den Geschmack bezogen. Zusätzlich dazu hat der HSV dann auch noch Bayern geschlagen und der Himmel hat es gut mit uns gemeint und den Regen oben gelassen. Am Samstag (O-ton wir stehen um 7.30 Uhr auf) habe ich um 9 meine Mitreisenden geweckt. Schliesslich hatten wir ein volles Tagesprogramm. Nach dem Frühstück mit Rührei aus Eipulver, aber ohne DEN Geschmack sind wir losgezogen, Richtung Bundestag. Brandenburger Tor inklusvie. Auch den Verlauf der Mauer konnten wir ein Stück entlang gehen und einen Blick auf die zu vielen weißen Kreuze werfen, die von berührenden Geschichten erzählen. Statt Schlange stehen erwartete uns im Regierungsgebäude ein kleiner Vortrag über das Gebäude und seine Funktion. Die Dame vom Besucherdienst hat mit viel Witz und noch mehr bösem Humor eine Menge erzählt. Yorick hätte vermutlich Spaß gehabt, wenn er nicht geschlafen hätte. Unter anderem habe ich jetzt gelernt, dass der Bundestag eine Zeit lang als Entbindungsklinik benutzt wurde. Auch über die Lieblingsfarbe des Architekten wurden wir unterrichtet. Es sind grau, dunkelweiß und hellschwarz. Mir hat es gefallen. Wirklich! Nach dem Kuppelrundgang schnell ins Hotel, Sachen holen und weiter zu Stephan und Anja und dann Tennis spielen. Tennis hätten wir ja auch nicht in Hamburg oder Kiel spielen können. Naja... Lustig war es schon. Und gut geschlafen haben wir in der Nacht auf den Sonntag auch. Der Sonntag begann mit Schnee-Regen und dem Gottesdienst in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Die dortige Pastorin hat sich nicht an die Regel "darfst über alles reden, aber nicht über 15 Minuten" gehalten. Nach einem stärkenden Chai oder Kakao haben wir die Story of Berlin angeschaut. Die Ausstellug ist in Ordnung. Nicht besonders sprektakulär, aber nett gemacht und das Highlight wartete am Schluß: die Führung durch den Atombunker. Ich habe selten eine so bedrückende Atmosphäre erlebt. 3600 Menschen auf engstem Raum, 14 Tage mit einem Liter Wasser pro Tag, kein Licht und eigentlich keine Chance auf Überleben nach diesen 14 Tagen. Furchtbar! Aber trotzdem spannend zu sehen und niemals zu begreifen! Aber die Strategie "duck and cover" scheint ja Erfolg gehabt zu haben. Zumindest psychologisch. Da der Sonntag schon fast vorbei war, hieß es nach dem Besuch der Ausstellung Abschied von Berlin nehmen. Die Fahrt nach Hamburg war deutlich angnehemer als die Hinfahrt. Und die Fahrt mit der Flughafen-S-Bahn war ein entsprechender Abschluss dieses Wochenendes!

02.01.2009

Meine liebste Hauptstadt


Wiedereinmal mache ich mich auf den Weg in meine liebste Hauptstadt. Nicht nur die schönste, sondern auch die teuerste. Aber ich habe ja immer noch einen Plan. Norwegischtest zum 2. Nicht der 2. Anlauf, sondern der 2. Teil des Tests wartet auf mich. Dieses mal soll ich unter Beweis stellen, dass ich auch reden kann. Eigentlich hatte ich schon überlegt, einen der Patienten von meiner alten Station dort hinzu schicken. Der hätte ja erzählen können, dass ich Aufnahme, Visite und Entlassungsbrief sehr wohl auf norwegisch auf die Reihe bekommen habe. Aber das ging leider rechtlich nicht und ich musste doch noch mal nach Oslo fliegen. In Hamburg bei Regen gestartet, über Kopenhagen den klarsten Sternenhimmel, den ich seit Jahren gesehen habe und bei ebensolch klarem Himmel in Oslo gelandet. Dicke Jacke, Mütze und Handschuh halten die Kälte nur unzureichend ab. Es ist kalt. -15°C quäkt der Pilot. Dieses mal habe ich ein Bett in der Jugendherberge in Haraldsheimen. Trotz Dunkelheit und Glätte finde ich den Weg und liege bald in einem wunderschönen Zimmer in meinem kuscheligen Bett. Am nächsten Morgen kann ich meinen Augen kaum trauen. Die Sonne strahlt und der Schnee glitzert. Soviel Schnee habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Bis zum Bauchnabel geht er mir. Also nicht aufgeschüttet... Die Schneeberge am Straßenrand überragen mich um Längen. Herrlich ist es. Ich kann mich kaum sattsehen an diesen Schneemassen und meterlangen Eiszapfen, die von den Dächern hängen. Mein Test war ok. Ich sollte 20 Minuten vor der Prüfungszeit da sein. Mein Glück war, dass der Prüfling vor mir nicht angetreten war und ich somit nicht 20 sondern nur 5 Minuten warten musste. Nach einem 10 minütigen Gespräch (noch mal ZEHN Minuten) konnte ich gehen. Ergebnisse gibt es erst in 10 Tagen. Was auch immer die solange damit machen... Auf jeden Fall hatte ich genug Zeit zur U-Bahn zu laufen und dann zum Frognerseter zu fahren. Im Sonnenschein ist es wie ein Traum. Das alte Holzhaus, das aus dem Schnee emporragt hat mich wieder einmal verzaubert. Eine Weile sitze ich gemütlich im Wintergarten und genieße den Ausblick. Den Nachmittag verbringe ich draußen. Ich laufe durch den Winterwald und ärgere mich ein bisschen, dass ich meine Ski nicht dabei habe. Nächstes mal bin ich nicht so kurzsichtig und lasse das wichtigste Kleidungsstück in Hamburg... Nach einigen Stunden an der frischen Luft, falle ich wie ein Stein ins Bett. Meine Freude wieder nach Deutschland zurück zu müssen hält sich in seeeehr engen Grenzen.



20.12.2008

Juleferie

Kaum wieder in Deutschland schon wieder weg. Ich mag das! Vor Weihnachten noch einmal in die schönste Hauptstadt der Welt. Wir sind im Schnee gelandet und in den Regen gefahren... Naja, was solls. Vom Hauptbahnhof ging es gemütlich durch die Karl-Johan-Gate bis zum Hotel. Das lag zum Glück sehr zentral, somit sind wir nicht ganz durchnässt gewesen. Das kam dann etwas später. Mit der T-Bane sind wir zum Frognerseter gefahren. Es war ein bisschen nebelig. Sichtweite deutlich unter 10m, nicht der Rede wert. Trotzdem war es wieder einmalig schön. Schnee (eher matschig und nass) auf den Bäumen, Wolken um uns herum und irgendwann auch das vertraute Licht der Hütte. In diesem Nebel war es noch mal gemütlicher als sonst.
Der Rückweg war feucht und kalt. Es hatte angefangen zu regnen und windig war es auch. Der Weg am Holmenkollen vorbei war also alles andere als schön. Zum Glück kam die U-Bahn dann ganz bald und hat uns zurück ins Warme gebracht. Und dann kam das Highlight des Jahres. Das Weihnachtskonzert. Gaderobe zum selbstaufhängen und merken, wo die Jacke ist und einmalig gute Plätze mit Blick auf die Bühne. Dann geht das Licht aus, die Kerzen erhellen die Bühne. Musik. Der Chor zieht ein. Mit Kerzen in der Hand, wie Quempas-Singen, nur größer. Und die Musik, einmalig. Die Stimmung: nicht zu beschreiben.
Eine Schauspielerin liest Geschichten und singt selber 2 Lieder. Es gibt traditionelle Weihnachtslieder, modernere Weihnachtslieder, Stücke von Bach, Sibelius und anderen. Es war wunderschön, leider viel zu kurz!
Auch der nächste Tag stand ganz im Zeichen der Künste. Munch hat uns einige seiner Bilder gezeigt. Dann sind wir weiter durch die Stadt gezogen, haben hier und da geguckt und die Stimmung genossen. Zu guter letzt waren wir noch auf dem Weihnachtsmarkt, der sich seit dem letzten Jahr etwa verdoppelt hat. Statt der traurigen 8 Stände gab es in diesem Jahr deutlich mehr zu entdecken. Sogar ein Weihnachtsmann lief umher und hat Lollies an alle unter 1m verteilt.
Der Tag endete mongolisch. Im Restaurant - sehr lecker!

10.12.2008

Bayern

Endlich ist es wieder soweit. Ich reise weiter. Nach der langen examensbedingten Pause, habe ich klein angefangen. Bayern stand auf dem Programm. Nachdem der Nikolaus am Abreisetag sehr früh kommen musste (ich bin ja schon um 5.15 Uhr aus dem Haus gegangen) durfte ich die neue Airport-Plaza kennenlernen. Der hamburger Flughafen macht sich so langsam. Es bleibt ein kleiner, gemütlicher Flughafen, aber er wird chick.
Pünktlich waren wir in der Luft, pünktlich wieder unten. S-Bahn, Großer Zug und schon da! Dass ich von München Ost bis Prien am Chiemsee im überfüllten Zug stehen musste, dass lasse ich unkommentiert... In Prien haben mich Dani und Andreas abgeholt und wir sind auf die Fraueninsel gefahren. Bei strahlendem Sonnenschein und himmelblauem Himmel haben wir die zum Weihnachtsmarkt umgebaute Insel erkundet. Lauter kleine Buden, in denen die schönsten Dinge angeboten werden. Mein persönlicher Favorit war der Marmeladenstand mit seinen 500 verschiedenen Sorten. Allein das Farbspektrum der Brotaufstriche war unvorstellbar. Nach einer Inselumrundung und leckerem Mittagessen inklusive Kinderpunsch haben wir das Boot zurück ans Festland genommen und sind nach Berchtesgaden gefahren. Neben Hitlers Wochenendhaus (heute Hotel Türken) und einem Infozentrum gab es auch noch ein bisschen Schnee. Die Aussicht auf Tal und Ort ist einfach der Hammer. Zwischen 2 Bergen ist der Blick frei auf weitere Berge (hab leider wieder alle Namen vergessen...).
Außerdem gesehen habe ich einen See, der entstanden ist, weil ein Riese sich aufgeregt hat und deswegen viele Steine einen Berg runtergefallen sind.
Salzburg habe ich auch kennenlernen dürfen. Weihnachtsmärkte, viele Menschen, Italiener, Regen, Schneeregen, Matsch, Mozart, verschiedenste Köstlichkeiten, weihnachtliche Stimmung und und und...
Und natürlich Traunstein mit dem niedlichen Weihnachtsmarkt, der tollen Modelleisenbahn (Originaler Nachbau der Stadt mit Pinguinen und Eisbären????), dem smaragdgrünen Fluss und dem wunderbaren Blick auf die Alpen :-) Nicht zu vergessen, den Geburtstagstisch, meine Tortenaktion nachts um 2 (Dani sollte von ihrer Torte überrascht sein), das tolle Geburtstagessen in der Küche und morgens sogar mal ein bisschen weißes Geflocke vor dem Fester.
Zurück hat mich wieder der Kranich gebracht. In Kiel herrschte dann dichtes Schneeregentreiben, so dass ich gar nicht aus der Übung gekommen bin, zu hoffen, es würde doch noch richtig schneien.

22.11.2008

Start ins Arztdasein

Lang lang ist der letzte Eintrag her. Mein Leben hat sich mehrfach und grundlegend verändert. Zum einen musste ich wieder nach Deutschland zurück, weil Stine ja ihr Zimmer wieder haben wollte. Ok und das LPA wollte dann auch nicht, dass ich 2 Tertiale in Norwegen herumlungere, Visite mache und eventuell sogar ohne eigene Verantwortung, aber doch ärztlich arbeite. Naja also bin ich dann doch wieder nach Deutschland geflogen. So richtig gut ging es mir dabei nicht. Keine 24 Stunden in Deutschland, schon folgte der Umzug nach Kiel und innerhalb von Kiel. Der erste Schock erwartete mich in der neuen Unterkunft. So viel Dreck hatte ich lange nicht mehr gesehen. es war widerlich! Und ich irgendwie mittendrin. Na toll. Dank meines Staubsaugers und einiger Lappen, Feudel und Reinigunsalkohol konnte ich mich dann doch mit der Wohnsituation anfreunden. Mehr als ein Provisorium wird es sicher nicht werden.

Kaum 24 Stunden nach dem Einzug fand ich mich in der Chirurgie wieder. Immerhin hat mein Wunsch mit 8 Wochen Kinderchirurgie geklappt. Der erste Tag war aufbauend. Wenige OPs, eher kurze Sachen und nur an 2 Tagen pro Woche. Juchee! Mit den Ärzten musste ich erst warm werden, aber dann wurde die Kinderchirurgiesache doch richtig nett. Ich habe mich wieder richtig wohl gefühlt und wollte gar nicht mehr weg. Als hätte ich es vorher gewusst... Mein nächster und zum Glück letzter Einsatz war auf einer allgemeinchirurgischen Station. Ich hätte heulen können. Jeden einzelnen Tag. Ich bin dann dazu übergegangen, die Stunden zu zählen. Ich war plötzlich "das PJ", mein Name hat keinen interessiert. Hauptsache, das Blut war abgenommen und die OPs besetzt. Echt unter aller Kanone. Irgendwie sind auch die letzten 3 Wochen meines PJ-Lebens vorbei gegangen. Während ich sonst bei jeder Station meine Tränchen zurückhalten musste, konnte ich nach diesem Einsatz mir ein breites Grinsen nicht verkneifen.

Nach zweimaligem Durchatmen fing dann eine weitere Durststrecke an. Juli-August-September waren einzige Lernmonate. Die Tage unterschieden sich nur marginal, eigentlich nur durch verschiedene Lerninhalte. Highlight war neben meinem Geburtstag, dann noch Kathas Hochzeit. Gefeiert wurde in einer Turnhalle in Lübeck. Vorher waren wir alle zu einem Gottesdienst eingeladen, der durchaus heimatliche Gefühle geweckt hat. Unser aller Lieblingspastor zeigte sich von seiner besten Seite. Ein paar Spontagags waren dabei und für die Lacher war gesorgt. So zum Beispiel zum Taufkind, das auf dem Arm seiner Tante ein wenig heulte: Warten wir's ab, in ein paar Jahren wird er nicht mehr weinen, wenn eine schöne Frau ihn im Arm hält. Der Witz bestand vor allem darin, dass die Tante kein Wort deutsch spricht. Schön gefeiert haben wir. Leider hat das Wetter nicht das gehalten, was es versprochen hatte. Es war eher kalt, grau und bedeckt. Und als ich um 22 Uhr in den Zug nach Kiel gestiegen bin, habe ich aus dem Fenstern noch ein schönes Gewitter beobachten können.
Am nächsten Tag hieß es dann Weiterlernen. Lernen nur unterbrochen von meinen wöchentlichen Highlight-Besuchen bei Viola. Ich habe mich immer wie ein Schneekönig auf den Montag gefreut. Wie tapfer wir gelernt haben *hüstel* Die meiste Zeit auf jeden Fall. Also immer dann, wenn wir nicht noch wichtigeres zu bereden hatten.

Dann kam irgendwann DER Brief. Der Brief mit den Prüfungsdaten. Und der Schock! Radio! Ich... ok, abgefunden hatte ich mich damit. Und auch mit dem Datum, dass 10 Tage nach dem schriftlichen lag und damit schon irgendwie früh. Das schriftliche Examen kam und mit ihm die schwindende Hoffnung. Mit Fällen wie: Gestationsherpes, Hauttuberkulose und einem atypischen M. Bechterew hat das IMPP mir keine Freude gemacht. Am meisten habe ich mich allerdings über mich selbst geärgert. Die heilige Regel niemals, aber auch wirklich niemals noch etwas zu korrigieren habe ich missachtet und mich so von einer 2 auf eine 3 veschlimmbessert. Da kann ich nur sagen: selber schuld! Aber blöd von mir war es trotzdem! Mit einer guten 3 (nach den vorläufigen Medi-Learn-Ergebnissen) bin ich dann in die mündliche Prüfung gestartet.

Weitere kleinere Schocks folgten (Patient nicht da, multimorbide, kein Bauchpatient, Prüfer- und Prüfungsfachwechsel 5 Tage vor der Prüfung...) und doch bin ich heil durch den Oktober gekommen. Am 30.10. fand dann mein aktives Studium ein Ende. Ein sehr gutes sogar. Das mündliche Staatsexamen verlief sehr gut und ich war vollauf zufrieden mit mir und der Welt.

14.12.2007

Abschied

Immer schneller rennt die Zeit durch Flensburg. Eben habe ich doch noch zu Hause gegessen und gezittert, weil das PJ anfängt. Und jetzt soll ich mit meinem ersten Tertital schon fertig sein? Unmöglich!
Leider ist es wahr. Ich habe mich so wohl gefühlt, dass ich jeden Morgen zum Krankenhaus hätte tanzen können.
Ich werde Flensburg vermissen. Ich werde die E3 und die E4 vermissen, das morgendliche Blutabnehmen, die Kinder (einige besonders), die Schwestern, die Ärzte, die Heilpädagogen, die Clowns, die Hobris, die MSN-Angestellten. Alle werde ich vermissen.
Es war eine gute Zeit und im Rückblick habe ich zwar wenig Fakten gelernt, aber ich fühle mich sicherer (bei weitem nicht sicher) im Umgang mit Patienten und deren Eltern.
Kurz vor dem endgültigen Abschied haben wir eine wunderschöne Weihnachtsfeier mit Bowling verbracht. Unsere tolle Gruppe hat natürlich gewonnen. Was nicht heißt, dass ich mich mit Ruhm bekleckert habe. Ganz im Gegenteil...
An meinem letzten Tag hatte ich noch eine wirklich furchtbare Begegnung mit der Verwaltung. Bei der Zimmerabnahme habe ich zum ersten mal die Zickigkeit in Person erlebt. Schade, dass es so verbitterte Menschen gibt.
Dafür bin ich von meinen Stationen wirklich lieb verabschiedet worden. Mit selbst gebastelten Karten und einer kleinen Finanzspritze.

Ich kann wirklich nur sagen: Danke, für die schöne Zeit!

02.12.2007

Sønderborg - mal wieder

aber dieses mal in anderer Besetzung. Ich habe spontan angekündigten Besuch aus Kiel bekommen. Saskia wollte eh mal nach Flensburg und sich alles angucken. Da passte es ja gut, dass ich gerade da war. An einem schönen Donnerstag ist Saskia also eingeflogen. Dank meiner genialen Zeitplanung, musste die arme erstmal eine Stunde Duburg angucken. Und so viel schönes gibt es da leider nicht zu sehen. Aber dann habe ich es doch noch geschafft, sie zu erlösen und wir haben erstmal gemütlich Kekse gegessen und Tee getrunken. Dann haben wir versucht den Weihnachtsmarkt in Sønderborg zu finden. Warum wir in nicht gefunden haben ist klar - es gibt keinen. Zumindest noch nicht vor Weihnachten. So richtig schön war es auch nicht. es hat geregnet ohne Ende und wir alle waren eher durchgefroren als zufrieden. Bei Kvikkly haben wir uns immerhin aufwärmen können. Und ein bisschen eingekauft haben wir auch. Etwas desillusioniert sind wir wieder nach Flensburg gefahren und haben dort immerhin noch sehr lecker gegessen und einen netten Klön-Tee-Abend gemacht.
Am Freitag sind wir dann gemeinsam nach Kiel gefahren.
Von dort aus ging es dann am Sonnabend nach Lübeck. Eigentlich eine doofe Idee, am Sonnabend vor dem ersten Advent, nach Lübeck zu fahren. Es war ein Geschiebe und Gedränge und so viel mehr zu sehen als in Kiel gibt es nicht. Nun gut, die Stadt an sich ist hübscher und die Aufmachung der Weihnachtsmärkte ist schöner, einfach liebevoller. Wir 4 Mädels waren schön im Hieronymus essen. Wirklich lecker und urgemütlich. Auch die Märchenfigurenaustellung war sehenswert. Bevor es so richtig dunkel werden wollte, sind wir wieder nach Kiel gefahren, haben noch einen Besuch in der Notfallpraxis im Städtischen Krankenhaus gemacht und dann ging nur noch Schlafen.
Den ersten Advent habe ich dann backend mit Rike und Caro verbracht. Wir haben gebacken, was das zeug hält und auch das, was andere krank macht ;-)

08.11.2007

Lauter süße Babys

Meine Tage auf der E3 fangen schon perfekt an. Meisten haben wir 2-3 Blutentnahmen. Das ist die Zeit, in der ich einfach mal mit den Kleinen kuscheln und mit den Schwestern (die ja alle doch gar nicht so doof sind...) gemütlich klönen kann. Schade, dass den Kindern das Blutabnehmen nicht immer so gut gefällt. Es wäre um vieles gemütlicher, wenn die nicht immer so brüllen würden. Aber immerhin kann ich die Schnuffelkinder nach dem bösen Festhalten der Schwester rumtragen und danach wieder zu Mama bringen und dann ist die Welt wieder in Ordnung. Visite macht auch Spaß hier unten. es sind einfach viel weniger Kinder und die meisten bleiben länger, sodass der Kontakt zu den Eltern intensiver ist. Ich genieße wirklich jede Minute mit den Kindern. Oft bitte ich die Eltern, mir Bescheid zu sagen, wenn das Kind wach ist, damit ich es noch mal untersuchen kann. Auf diese Weise lerne ich was, die Eltern freuen sich und dann steht auch noch was in der Kurve. Das Beste ist aber: ich freu mich einen Keks, dass die Kinder so toll sind.
Meine beste Freundin, die mich immer anlacht. Das tut sie, obwohl ich ihr schon Blut abgenommen und einen Zugang gelegt habe. Bevor ich nach Hause gehe, muss ich immer noch mal ne Runde mit ihr lachen. Wenn ich wieder weg bin, werde ich die kleine echt vermissen. Oder meine kleine Perle, mein Christkind. Sie ist zwar nicht am 24.12. geboren, aber ein Christkind ist sie trotzdem. Wir haben stundenlang gekuschelt. Nach ihren Schreianfällen ist die kleine Maus dann erschöpft auf meinem Arm eingeschlafen.
Richtig gern hatte ich auch die Zwillinge, an denen ich meine erste Erstversorgung machen durfte. Immer unter Beobachtung, aber trotzdem ganz allein habe ich Kind 1 versorgt. Alles dran, alles hübsch, alles gut. Nur eben klein und was für die Kinderstation. die durften aber auch bald mit Mama und Papa nach Hause.
Traurige Geschichten gibt es leider auch immer. Der kleine Kämpfer, der den Kampf nach wenigen Tagen verloren hat. Die kleine Ziege, die keine Mama mehr hat. Das Kind, das ein Kind hat. Die kleine Made, die wegen der vielen Geschwister Aufmerksamkeit nur in Form von Essen bekommen hat...
Und trotzdem, ich habe mich jeden Abend schon auf den nächsten Morgen gefreut. Das gute ist ja, dass die meisten Kinder putzmunter und gesund, wie es sich gehört, nach Hause gehen. Und das Lächeln der Kinder ist einfach unschlagbar!

03.11.2007

Munteres PJler tauschen

Nachdem ich mich auf der Station E4 richtig eingearbeitet und sauwohl gefühlt hatte, hieß es: Station tauschen. Eigentlich wollte ich gar nicht. Die Schwestern waren toll, die Ärzte, ok die bleiben gleich, ich kenne mich aus, ich weiß, wen ich nach was fragen muss. Und jetzt das! Ausgerechnet zu den doofen Schwestern da runter. Na toll! Warum eigentlich immer ich?!
Was ich nicht wusste, dass es nur einen kleinen Teil doofer Schwestern unten gibt. Die meisten sind sogar ziemlich großartig. Gleich der erste Tag war ein Highlight. Ich war total in meinem Element. Kleine brüllende Babys um mich herum und ich durfte alles machen. Untersuchen, Zugang legen, Blut abnehmen und mit den Eltern reden.
Zwischendurch gab es auch traurige Kinder dazwischen. Meine kleine Prinzessin, die mit viel zu wenig Gehirn auf die Welt gekommen ist. Oder der große Starke, der seine Eltern nur einmal am Tag für eine Stunde sehen konnte. Und dabei wollte das Kerlchen nur rumgetragen werden. Gut, dass ich sowas so gerne mache. Arztbriefe schreibe ich grundsätzlich lieber mit Kind auf dem Schoss oder wenigstens mit Kinderwagen, den ich schaukeln muss.
Die kleinen Sternipark-Kinder waren auch furchtbar schnuffig. Ich hätte sie klauen können, weil die einfach so niedlich waren. Da hat es mich auch wirklich nicht gestört, wenn ich mal bis 18.30 Uhr auf Station geblieben bin. Zuhause ist es zwar auch schön, aber mit DEN Kindern und DEN Schwestern und DEN Ärzten ist es fast noch schöner.

05.10.2007

Wo liegt eigentlich Utrecht?

Utrecht? Klingt nach Provinz. Vielleicht sollte ich nichts über Provinz sagen, denn ich weile zur Zeit in Flensburg. Aber auch Utrecht wirkt auf den ersten Blick recht provinziell. Und außerdem ist es Holland. Und wer will da schon gerne hin? Eigentlich keiner. Wären da nicht Ines und Chräbel, die ich unbedingt besuchen musste.
Gesagt getan - nach dem Dienst am 3. Oktober konnte ich den 5. Oktober frei nehmen und schon in aller Ruhe und Gemütlichkeit nach Hamburg fahren. Von dort aus in den Flieger und der hat mich in Amsterdam wieder rausgesetzt. Am Flughafen hat Chraebel mich abgeholt und mir die Autobahn nach Utrecht gezeigt. Spannend...
In Utrecht selber gibt es im Dunkeln wenig zu sehen. Nur das Haus. Als ich da war, waren leider keine Pilze in der Küche. Manchmal wachsen da richtige Pilze, so wie Champignons. Hätte ich ja gerne gesehen. Irgendwann kam auch Ines aus ihrem Büro nach Hause. Wir haben gemütlich gegessen und noch bis in die Nacht gequatscht. Schön war der erste Abend.
Am Samstag Morgen musste Ines wieder früh aufstehen, also vor 12.00 Uhr Mittag. Und das nur, weil wir Hunger hatten und den Tag nicht im Haus verbringen wollten. Wir sind durch Utrechts IKEA gebummelt (auch nicht anders als der in Hamburg oder Kiel oder Oslo) und haben dann einige GeoCaches in der Nähe gesucht. Das hat wirklich Spaß gemacht. Wir waren viel draußen, in Parks und im Wald und sind durch die Gegend geschlichen und haben kleine Schätze gesucht. Wie früher im Kindergarten
Auf dem Weg nach Eindhoven sind wir in s-Hertogenbosch vorbeigekommen. Ein kleiner verschlafener, aber sehr liebevoll eingerichteter Ort. Auch hier haben wir ein paar Caches gesucht und gefunden. Und wir waren typisch holländisch essen - beim Griechen. Hihi. Immerhin war es eines dieser schnuffeligen Häuser. Und die Kirche haben wir uns auch angesehen. Bis es dann Zeit war nach Eindhoven zum Geburtstag weiter zu fahren. Ok, wenn wir nicht gewesen wären, wäre keiner gekommen. Also war es gut, dass wir da waren . Spät in der Nacht bin ich heldenhaft zurück gefahren. Und dann todmüde ins Bett gefallen. Geschlafen habe ich wie ein Stein. Am Sonntag gab es dann, nach einem wunderbaren Frühstück, eine Fahrradtour durch Utrecht. Mit Kathedralenführung und Unibesichtigung. Und einem Bratapfel über einer Gracht.
Wir haben uns auch noch die Sandkathedrale angeguckt und den Stern der Kirchen. Alles Backstein und hübsch gebaut. Kann doch ganz nett sein, dieses Holland.
Abends hat Ines mich zum Zug gebracht und ich durfte wieder zurückfliegen. Und dann aber fix nach Flensburg fahren, denn Montag sollte mein erster Tag auf der E3 sein.